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Theater

Siegerprojekt für Luzerner Theater überrascht mit Gebäudeerhalt

Das Siegerprojekt für das neue Luzerner Theater integriert das bestehende Gebäude in den Neubau. Das Architektenteam Ilg Santer aus Zürich hat die Jury mit seinem Vorschlag überzeugt - und auch überrascht. Gleichzeitig nimmt es den Bedenken der Denkmalschützer etwas Wind aus den Segeln.
Bild: KEYSTONE/PHILIPP SCHMIDLI

Das 200-jährige Luzerner Theater an der Reuss ist sanierungsbedürftig und erfüllt die Anforderungen an einen modernen Theaterbetrieb nicht mehr. In einem Architekturwettbewerb suchten die Projektierungsgesellschaft und der Luzerner Stadtrat Vorschläge für einen Neubau am bestehenden Standort.

128 Ideen waren eingegangen, deren zwölf schafften es in die zweite Runde. Eine Jury wählte das Projekt "überall" der Zürcher Ilg Santer Architekten zum Sieger. Es sei das stimmigste Projekt an diesem Ort, sagte Patrick Gmür, Präsident des Preisgerichts, am Donnerstag vor den Medien. Er lobte den Mut, das alte Theater stehen zu lassen und weiterzudenken.

Das Gebäude von 1839 wird neu zum Publikumsbereich mit einem öffentlichen Raum im Erdgeschoss mit Café. In Richtung Jesuitenkirche ist ein zweiteiliger Anbau vorgesehen, der einen grossen Saal für 600 Personen sowie einen mittleren Saal enthält. Im Dachgeschoss ist das Theaterrestaurant platziert.

In Ortsbildschutzzone

Der Luzerner Stadtpräsident Beat Züsli (SP) äusserte sich positiv überrascht, dass man "mit dem bestehenden Gebäude bei den hohen Ansprüchen ein solches Projekt entwickeln konnte". Von den über hundert Vorschlägen hätten nur rund zehn das alte Gebäude erhalten, die anderen sahen einen Abriss vor.

Das Theater befindet sich in einer Ortsbildschutzzone. Im September 2020 hatten die Eidgenössischen Kommissionen für Denkmalpflege sowie Natur- und Heimatschutz ihr Veto gegen die Baupläne eingelegt. Der heutige Theaterbau habe für das Ortsbild eine grosse Bedeutung. Ein Erhalt als Denkmal sei zwingend, ebenso seine Wirkung als Solitär.

Mit dem nun gewählten Vorschlag vermöge man diese Forderungen eher zu erfüllen, sagte Züsli. Das könne ein Vorteil für die weiteren Schritte sein. Er betonte aber, dass es sich vor allem um ein gutes Projekt am richtigen Ort handle. Es symbolisiere auch Aufbruch: "Wir glauben an die Kulturstadt Luzern."

"Stimmig in der Nachbarschaft"

Auch der Luzerner Regierungsrat und Bildungsdirektor Marcel Schwerzmann (parteilos) lobte, dass man den Bestand erhalten und einen sehr schönen Akzent an diesem sensiblen Ort setzen könne. Der Neubau sei "stimmig in der Nachbarschaft". Mit dem gebührenden Abstand zur Jesuitenkirche werde der Sakralbau nicht konkurrenziert.

Überrascht, dass ein Erweiterungsbau gewonnen hat, äusserte sich auch David Keller von der Arthur Waser Stiftung. Diese hatte den Architekturwettbewerb mit 1 Million Franken finanziert. Das vorliegende Projekt biete die nötige Flexibilität für kommende Generationen.

Gabriela Christen, Präsidentin des Theater-Stiftungsrates, sagte, es sei "genau das Projekt, welches das Theater und die Stadt brauche". Vor allem der grosse Musiksaal für Opern schaffe für das Luzerner Kulturleben eine neue Qualität. Architekt Andreas Ilg nannte das Theater einen "Teil des kollektiven Gedächtnisses der Stadt". "Diese Geschichte wollten wir weiterschreiben."

Der Innerschweizer Heimatschutz (IHS), der sich für den Erhalt des Theatergebäudes ausgesprochen hatte, nahm das Projekt "mit Interesse" zur Kenntnis, wie er mitteilte. Es sei gut, dass nun ein Vorschlag auf dem Tisch liege, über den man diskutieren könne.

Als nächstes können die Architekten das Projekt weiterentwickeln. Im Sommer 2023 will der Stadtrat dem Parlament einen Projektierungskredit beantragen. Sodann wird während zwei bis drei Jahren ein Bauprojekt ausgearbeitet. Die nötige Umzonung und der Baukredit für das 120-Millionen-Franken-Geschäft kommen dann vors Volk. Bei einer Bauzeit von geschätzten zwei Jahren wäre das neue Luzerner Theater 2028 bereit. (sda)

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