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Theater

Seniorenbühne Luzern zeigt schräge Rezepturen mit einer grosse Portion Lügen

Die Seniorenbühne Luzern feiert heute Donnerstag und morgen Freitag mit dem Schwank «Lüüge und anderi Zuetate» gleich zweimal Premiere. Dies darum, weil alle Rollen doppelt besetzt sind. Nachher geht’s mit dem Stück an die 50 Male auf Wanderschaft.
Im Schwank «Lüüge und anderi Zuetate» sind gleich alle Rollen doppelt besetzt.
Bild: Bild: Hannes Bucher (Luzern, 1. 11. 2023)

Aufgeräumte Stimmung herrscht an diesem Nachmittag im Lukassaal der reformierten Kirche Stadt Luzern: Die sechs Laiendarsteller der Seniorenbühne Luzern sind bereit für die Hauptprobe. Regisseur Beni Kreuzer gibt letzte Anweisungen, er kennt «seine Leute»; seit vielen Jahren ist der erfahrene Regisseur mit dabei.

Von Beginn an geht’s im Schwank «Lüüge und anderi Zuetate» (von Sabina Cloesters, bearbeitet für die Seniorenbühne von Veronika Picchetti) amüsant und turbulent zu und her: Der Privatkoch (Stefan Huser/Benno Keel) legt sich zünftig ins Zeug, um dem Gesundheitswahn des Hausherrn Robert Mulb (Toni Casanova/Franz Lang) gerecht zu werden. Die speziellen Rezepturen des Kochs rufen gar die Reporterin einer Kochzeitschrift (Annemarie Näf/Pia Reding) auf den Plan. Im falschen Moment gibt’s Besuch aus Amerika: Das Dienstmädchen Elsa (Susanne Blunschi/Lisbeth Stadelmann) hat seinen reichen Erbtanten Christa (Carla Balzano/Veronika Picchetti) und Vreni (Esther Schmid/Edith Fischer) einen pompösen Lebensstil vorgegaukelt. Jetzt kreuzen die beiden im dümmsten Moment auf. Für jede Menge Wirrwarr ist gesorgt. Es zeigt sich: Die Seniorinnen und Senioren machen ihre Parts ausgezeichnet. Sie spielen ihre Rollen mit Pfiff und Witz und werden mit dem Zweiakter das Publikum garantiert bestens unterhalten.

Szene aus «Lüüge und anderi Zuetate».
Bild: Bild: Hannes Bucher (Luzern, 1. 11. 2023)

Doppelte Besetzung und zwei Premieren

«Wir haben gut gearbeitet», resümiert Beni Kreuzer nach gut einer Stunde. Gleiches konnte er bereits am Vormittag sagen. Auch da war nämlich Hauptprobe – mit der anderen Besetzung. Alle Rollen sind beim Seniorentheater nämlich doppelt besetzt. Deshalb gibt es auch zwei Premieren: heute Donnerstagabend und morgen Freitagabend, jeweils um 19.30 Uhr im Lukassaal. Nachher geht das Stück als Wanderbühne auf Tournee. Die zwei Equipen teilen sich die rund 50 Auftritte, die bis kommenden April in Alters- und Pflegeheimen und an Seniorennachmittagen weit über die Zentralschweiz hinaus anstehen.

Neue Leute «sehr willkommen»

Gespannt und amüsiert hat Tony Zumstein das turbulente Geschehen auf der Bühne verfolgt: «Es kommt gut», resümiert auch der Sekretär der Seniorenbühne Luzern nach der Hauptprobe. Bis vor kurzem stand er selber aktiv auf der Bühne. Aus terminlichen Gründen beschränkt er sich jetzt aufs Administrative. Wie ist es mit dem Nachwuchs bestellt? «Es ist nicht einfach. Wir sind immer auf der Suche und sind glücklich, wenn jemand neu zu uns stösst», meint Tony Zumstein. Es brauche Spielerinnen und Spieler, aber immer auch Leute für das Soufflieren, das Schminken, für den Bühnenbau usw. «Mitmachen hält gesund und fit», sagt Vereinspräsident Franz Lang. Er lebt dieser Losung konkret nach und spielt als Hausherr Mulb in der einen Besetzung mit.

Zum ersten Mal auf der Bühne steht die Neuenkircherin Annemarie Näf. Die 70-Jährige hat zweimal als Souffleuse mitgewirkt, jetzt spielt sie überzeugend die Reporterin der Kochzeitschrift. «Das Theaterspielen gefällt mir sehr gut. Es ist eine Genugtuung, den Text und die Rolle intus zu haben, und ich freue mich, mit unserem Stück anderen Freude zu bereiten», sagt sie nach der Hauptprobe. Sie lobt das tolle Miteinander und fiebert jetzt mit allen andern der Premiere entgegen.

Saalöffnung 19 Uhr, keine Reservationen, www.seniorenbuehne-luzern.ch .

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