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«Weisch nu?»

Seit zehn Jahren geben elektromagnetische Wellen im Spital Nidwalden Einblicke in den Körper

2011 schaffte das Spital Nidwalden einen Magnetresonanztomografen an. Davon profitierten auch die Urner und Obwaldner. 
Urs Baumberger, Direktor des Spitals Nidwalden. 
Bild: Bild: Urs Hanhart (Stans, 2. Juni 2021)

Woher kommen die Kopfschmerzen? Ist eine Blutung im Kopf der Grund? Oder ein Gehirntumor? Muss der Patient sofort operiert werden? Von aussen ist eine solche Diagnose oftmals schwer zu stellen. Seit Juni 2011 hat das Spital Nidwalden dafür einen Magnetresonanztomografen (MRT). Mittels elektromagnetischer Wellen können krankhafte Veränderungen im Körperinnern sichtbar gemacht werden. Zuvor mussten Patienten aus Nid-/Obwalden und Uri dafür ins Luzerner Kantonsspital nach Luzern. Und dafür teilweise bis vier Wochen Wartezeiten in Kauf nehmen, sofern sie nicht als Notfall eingestuft worden waren. Mit der Inbetriebnahme des MRT im Spital Nidwalden konnten Kapazitätsengpässe auf einen Schlag behoben werden. Die Wartezeiten verkürzten sich auf ein paar wenige Tage. 1,5 Millionen Franken kostete das Gerät, das in der Schweiz damals bislang das dritte MRT dieser Art war. Die baulichen Infrastrukturen schlugen nochmals mit 1,3 Millionen Franken zu Buche.

Nach rund einem Jahr zog das Kantonsspital Uri nach und beschaffte für 1,4 Millionen Franken einen eigenen Magnetresonanztomografen. Seit März 2015 können sich auch die Obwaldner Patienten den Weg nach Stans oder Luzern sparen, da auch das Kantonsspital Obwalden in Sarnen ein solches Gerät in Betrieb nahm.

Urs Baumberger, Direktor des Spitals Nidwalden. 
Bild: Bild: Urs Hanhart (Stans, 2. Juni 2021)

Gemäss Urs Baumberger, Direktor des Spitals Nidwalden, hat sich die Anschaffung gelohnt. Seit Beginn sei die Anlage mit täglich 13 bis 15 Patienten ausgelastet gewesen. In den vergangenen Jahren hätten bildgebende Verfahren gar an Bedeutung gewonnen.

«Der MRT wird immer öfter eingesetzt. Darum ist er heute noch besser ausgelastet, obwohl Obwalden und Uri in ihren Kantonsspitälern selber ein solches Gerät haben.»

Mit dem Zusammenschluss des Luzerner Kantonsspitals (mit ihren Spitälern Luzern, Wolhusen und Sursee) und dem Spital Nidwalden zur Luks-Gruppe auf Anfang dieses Jahres werde der Austausch zwischen den verschiedenen MRT-Standorten innerhalb der Luks-Gruppe noch intensiviert, womit Patienten noch einfacher auf einen anderen Standort ausweichen können, um allenfalls längere Wartezeiten zu vermeiden.

War das Stanser MRT-Gerät damals ein Modell der neuesten Generation, ist es nach einem Jahrzehnt in die Jahre gekommen, trotz eines kürzlich durchgeführten umfassenden Softwareupdates. «In drei, vier Jahren steht wohl eine Neuanschaffung an», meint Urs Baumberger dazu.

Das kann die MRT

Mit der Magnetresonanztomografie (MRT) können krankhafte Veränderungen im Körperinnern sichtbar gemacht werden. MR-Geräte sind ein wichtiges Arbeitsmittel in der medizinischen Diagnostik, ergänzend zur klassischen Röntgenaufnahme, Computertomografie und zu nuklearmedizinischen Verfahren. Anders als bei der Computertomografie werden in der Magnetresonanztomografie keine Röntgenstrahlen eingesetzt. Stattdessen wird der Patient einem sehr starken Magnetfeld ausgesetzt, und die vom Körper ausgesendeten Signale werden zu Bildern verarbeitet. Risiken beim MRT sind keine bekannt. Damit sind diagnostische Informationen zu erhalten, die mit anderen Methoden nicht erreichbar sind. Besonders gut können das Gehirn, das Rückenmark, Gelenke, Muskeln, Sehnen, Bauch- und Beckenorgane dargestellt werden. Ebenfalls gut untersucht sind Blutgefässe, Knochenmark und vieles mehr. «Die Bildgebung ist eine Schlüsselfunktion», sagt Urs Baumberger. «Mit der Diagnose kann man wichtige Grenzentscheidungen fällen. Wir können vom Körperinnern ein dreidimensionales Bild erstellen und alles erkennen, was über einen Millimeter gross ist. Das Bild kann ein wichtiger Baustein in der Diagnose sein und im besten Fall Leben retten oder zumindest eine genauere Prognose über den weiteren Verlauf zulassen.»

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