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Uri

Regierungsrat ist mit dem Ausbau der Solarkraft in Uri zufrieden

In seiner Antwort auf eine Motion von Landrätin Eveline Lüönd lehnt er die Gründung einer kantonalen Fotovoltaikkraftwerk-Gesellschaft ab.

In seiner Antwort auf eine Motion von Landrätin Evelin Lüönd rät der Urner Regierungsrat von einem beschleunigten Ausbau der Urner Solarkraft durch den Kanton ab. Er begründet dies mit der zunehmend gegebenen Wirtschaftlichkeit von Solarstromanlagen: «So kostete im Jahr 2010 eine Anlage mit einer installierten Spitzenleistung von einem Kilowatt rund 8’000 bis 10’000 Franken. Heute ist je nach Anlagengrösse mit Kosten von 1’000 bis 3’000 Franken pro Kilowatt zu rechnen», schreibt er.

Eveline Lüönd hatte die Gründung einer kantonalen Fotovoltaikkraftwerk-Gesellschaft gefordert. Der Regierungsrat ist im Gegenzug aber bereit, die Pflicht zur Installation von Fotovoltaikanlagen im Falle von wesentlichen Dachsanierungen in die anstehende Revision des Energiegesetzes des Kantons Uri miteinzubeziehen.

Eveline Lüönd sieht Missstand bei Förderbeiträgen

In ihrer Motion argumentiert Landrätin Evelin Lüönd mit dem grossen Solarstrompotenzial von 200 bis 300 Gigawattstunden pro Jahr allein auf den Hausdächern des Kantons Uri. Dies entspreche dem Verbrauch von 45’000 bis 67’000 Haushalten. «Während in den letzten Jahren dank kantonaler Förderung vor allem auf Einfamilienhäusern zahlreiche Fotovoltaikanlagen entstanden sind, werden die grossen Dächer von industriellen, gewerblichen und landwirtschaftlichen Bauten sowie von grossen Wohnbauten noch viel zu wenig genutzt», schreibt sie. Grund dafür sei die Beschränkung der Förderbeiträge auf maximal 8000 Franken pro Anlage. Grossanlagen seien aber kostengünstiger als Kleinanlagen.

Eveline Lüönd verweist in ihrer Motion auf das aktuelle Energiegesetz: Demnach soll die schweizweite Produktion von erneuerbarer Elektrizität von heute zirka 2500 Gigawattstunden bis 2035 auf mindestens 11’400 Gigawattstunden erhöht werden. «Teilt man die Zielsetzung des Bundes für die Stromerzeugung aus neuen erneuerbaren Energien gemäss der Bevölkerungszahl auf die Kantone auf, so entfallen auf Uri 57 Gigawattstunden für das Jahr 2035. Aktuell wird in Uri etwa fünf Gigawattstunden Windstrom und erst drei Gigawattstunden Solarstrom produziert», schreibt Lüönd. Gemäss einer Auswertung von Energie Schweiz, Swiss Energy Planning und WWF bilde der Kanton Uri im FV-Bereich gar das Schlusslicht aller Kantone. Die Landrätin hält fest:

«Geht es im gleichen Tempo weiter wie bisher, so wird Uri sein FV-Potenzial erst in 436 Jahren voll nutzen.»

Weil dem Kanton durch den vom Landrat im Mai beschlossenen Rückzug aus dem SBB-Kraftwerk Wassen/Amsteg per Ende Jahr rund 4,5 Millionen Franken zufliessen, könnte dieses Geld als Startkapital für den Aufbau einer eigenen Solarkraftwerk-Gesellschaft genutzt und damit ein Beitrag an den Ausbau der neuen erneuerbaren Energien geleistet werden, argumentiert sie. Über die Motion wird in der Landratssession vom 9. Februar 2022 entschieden.

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