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Stans

Regenwasser von der Strasse fliesst künftig durch ein unterirdisches Becken

Mit dem neuen Trennsystem fliesst das Regenwasser nicht mehr in die ARA, direkt in den Bach allerdings auch nicht. 

Tagelang stand das Ungetüm auf dem Installationsplatz neben der Nidwaldner Kantonalbank in Stans. Kürzlich ist das sechs Meter lange und 1,7 Tonnen rohrförmige Becken mit einem Durchmesser von zwei Metern im Boden verschwunden. Nur noch die beiden Schachtdeckel sind zu sehen bei der Baugrube, wo die Obere-Spichermatt-Strasse und die Eichli-Strasse in die Spichermatt-Strasse münden.

Wer nicht vom Bau ist, wird sich wahrscheinlich keinen Reim darauf machen können. Projektleiter und Bauleiter Reto Zweili klärt auf: «Diese Sedimentationsanlage sammelt dereinst das Regenwasser von den Strassen in den Quartieren Eichli, Milchbrunnenstrasse. Schlamm und Schmutz setzen sich in dieser Anlage, bevor das Regenwasser in den nahen Kohlgraben fliesst.» Eine zweite, kleinere Anlage in der Nähe macht dasselbe für die Spichermatt-Strasse. Die Standorte sind nicht willkürlich ausgewählt, liegen sie doch an der tiefsten Stelle der Regenwasserleitung in diesem Gemeindeteil und neben dem Bach. Etwa einmal im Jahr wird das Sediment aus den Anlagen abgesogen.

Diese unterirdischen Becken wurden mit dem Trennsystem nötig, das in diesen Quartieren nun schrittweise eingeführt wird. Im Gegensatz zum früheren Mischwassersystem fliesst das Regenwasser nicht mehr unnötigerweise in die Abwasserreinigungsanlage, sondern sozusagen grobgereinigt zurück in die Gewässer. Nur das Schmutzwasser wird noch in der ARA geklärt.

Mehrere Fliegen mit einer Klappe

Die Umstellung aufs Trennsystem, das heute bei Sanierungen oder neuen Strassen gesetzlich vorgeschrieben ist, ist Bestandteil des integralen Infrastrukturprojekts in den Quartieren Eichli, Milchbrunnenstrasse, Kohlgraben und Spichermatt. Auf rund 1,1 Kilometern Strassenlänge wird seit Ende Mai dieses Jahres mit der grossen Kelle angerührt. Bis etwa Frühling 2024 werden nämlich auch die Trinkwasserleitungen erneuert, ebenso die Stromleitungen für die Strassenbeleuchtung, die auf stromsparende Leuchtdioden umgestellt wird. Auch der Belag wird erneuert und die Postautohaltestelle «Spichermatt» behindertengerecht gemacht, das heisst mit höheren Perrons, die ein ebenerdiges Einsteigen ermöglichen. Dafür genehmigten die Stanserinnen und Stanser im Juni 2021 mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 78 Prozent einen Kredit über 8,2 Millionen Franken. Die Genossenkorporation Stans nutzt die Gelegenheit der offenen Strassengräben, um auf eigene Kosten Leitungen für den Wärmeverbund zu legen. Reto Zweili zieht eine positive Zwischenbilanz: «Wir sind auf Kurs.»

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