Kanton Uri

Palliative Care: gute Begleitung am Lebensende braucht Zusammenarbeit der Fachpersonen

An einer kantonalen Fachveranstaltung zeigte sich, dass ein starkes Netzwerk vor allem dort entsteht, wo Menschen einander kennen, Vertrauen aufbauen und gemeinsam Verantwortung übernehmen.

35 Teilnehmende aus unterschiedlichen Professionen trafen sich im Pfarreizentrum Erstfeld zu einer weiteren Fach- und Vernetzungsveranstaltung im Bereich Palliative Care. Im Zentrum stand die Frage, wie eine gute interprofessionelle Zusammenarbeit in der Palliative Care gelingen kann, wie es in einer Mitteilung der Gesundheits-, Sozial- und Umweltdirektion  heisst.

An einer kantonalen Fach- und Vernetzungsveranstaltung tauschen sich die Teilnehmenden über Chancen und Herausforderungen der interprofessionellen Zusammenarbeit in der Palliative Care aus.
Bild: zvg

Nach einem Grusswort von Beat Planzer, Amtsvorsteher-Stellvertreter Amt für Gesundheit Uri, erläuterte Nadja Hecht, Leiterin der Kontaktstelle Alter Emmen, Netzwerkerin und Vorstandsmitglied von Palliativ Luzern, weshalb die interprofessionelle Zusammenarbeit ein tragendes Element einer guten palliativen Versorgung ist. Im Fokus stehen dabei stets die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten sowie ihrer Angehörigen. Damit die Zusammenarbeit gelingt, braucht es klar definierte Rollen und Verantwortlichkeiten, eine gute Koordination aller beteiligten Fachpersonen und Freiwilligen sowie einen kontinuierlichen Informationsaustausch. Ebenso wichtig sind eine vorausschauende Planung und nahtlose Übergänge zwischen den beteiligten Stellen. Dadurch können unnötige Spitaleintritte und Notfallbehandlungen am Lebensende vermieden werden.

Fachpersonen geben Einblicke

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurde ein konkretes Fallbeispiel aus der Palliative-Care-Praxis vorgestellt und mit Fachpersonen und dem Publikum diskutiert. Das Fach-Team setzte sich zusammen aus Nadja Hecht als Pflegefachfrau, Yvonne Suter als Sozialarbeiterin, Dr. med. Benjamin Stettler als Hausarzt sowie Andrea Franziska Meyer als Seelsorgerin. Projektleiterin Eveline Lüönd führte mit gezielten Fragen durch das Gespräch. Die Fachpersonen gaben Einblick, welchen Beitrag ihre jeweilige Profession in einem Palliativ-Fall leisten kann und wo auch Grenzen bestehen. Das Publikum beteiligte sich engagiert an der Diskussion. «Dabei zeigte sich rasch, wie wichtig die interprofessionelle Zusammenarbeit in der Praxis tatsächlich sind», heisst es in der Mitteilung.

Auf die mehrfach gestellte Frage aus dem Publikum, wo eine Übersicht über Fachstellen und Organisationen im Palliative-Care-Bereich zu finden sei, antwortete Yvonne Suter: «Im Zweifelsfall wenden Sie sich an eine der kantonalen Fachstellen. Es gibt eine für Altersfragen, Familienfragen oder Integration. Diese Stellen haben den Auftrag, sowohl die Bevölkerung als auch die Fachpersonen zu informieren, zu beraten und bei Bedarf zu koordinieren.»

Sich kennen und miteinander vernetzen  ist wichtig

In der Pause nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit zum persönlichen Austausch und zum Knüpfen neuer Kontakte. Denn ein tragfähiges interprofessionelles Netzwerk entsteht vor allem dadurch, dass man sich kennt und miteinander vernetzt ist.

Im letzten Teil arbeiteten die Teilnehmenden in Gruppen weiter. Dabei setzten sie sich mit persönlichen, beruflichen und organisatorischen Fragen zur interprofessionellen Zusammenarbeit auseinander. Zum Abschluss wurden einzelne Erkenntnisse aus den Diskussionen im Plenum geteilt. Eine Aussage brachte den Kern der Veranstaltung treffend auf den Punkt: «Das interprofessionelle Team beginnt bei jeder einzelnen Fachperson, also bei mir selbst.» (zvg/MZ)

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