Tödlicher Seilbahn-Unfall in Engelberg

ENGELBERG/GOLDAU ⋅ Bei einem Seilbahn-Unfall sind in Engelberg sechs Personen verletzt worden, ein Arbeiter ist verstorben. Der Unfall ereignete sich bei Revisionsarbeiten, an denen auch der Hersteller Garaventa beteiligt ist. Entgegen den ersten Berichten hat sich der Garaventa-Mitarbeiter keine Verletzungen zugezogen.

Aktualisiert: 
05.06.2019, 15:00
05. Juni 2019, 11:30

Das Unglück passierte am frühen Mittwochmorgen. Norbert Patt, Geschäftsführer der Titlisbahnen, äussert sich an einer Medienorientierung zu den Revisionsarbeiten, die seit wenigen Tagen im Gang waren. 18 Arbeiter seien am Mittwochmorgen auf Platz gewesen, 16 davon von den Titlisbahnen und je ein Arbeiter von der Garaventa und der Drahtseilfirma Fatzer AG.

Wie Staatsanwalt Bernhard Schöni auf Anfrage am Nachmittag mitteilte, gab es insgesamt sechs Verletzte: Die zwei Schwerverletzten sind wie der Verstorbene und die drei Leichtverletzten Mitarbeiter der Titlisbahnen. Beim mittelschwer Verletzten handelt es sich laut Schöni um einen Mitarbeiter der Fatzer AG.

Am Mittag hiess es laut einer Meldung der Lokalzeitung, gemäss Staatsanwalt Schöni handle es sich einem der Schwerverletzten um einen Garaventa-Mitarbeiter. Inzwischen herrscht Klarheit, dass der eine Garaventa-Mitarbeiter vor Ort Glück im Unglück gehabt hat.

Arno Inauen, Chef des Goldauer Bahnherstellers, der sich an keinen ähnlichen Unfall in seiner Karriere erinnern konnte, sagte, es seien qualifizierte Mitarbeitende mit kompetentem Werkzeug im Einsatz gestanden.

Die vom Unfall betroffene Achter-Gondelbahn Engelberg-Trübsee ("Titlis-Express") wurde 2015 in Betrieb genommen. Sie bewältigt auf einer Länge von 2,7 Kilometern knapp 800 Höhenmeter und kann pro Stunde 2400 Personen transportieren.

Im Einsatz standen gemäss der Polizei fünf Helikopter der Rega, der Pisten- und Rettungsdienst der Titlisbahnen, die Alpine Rettung Schweiz, das Care-Team Nidwalden, das Forensische Institut Zürich FOR, die SUVA, die Staatsanwaltschaft und Kantonspolizei Obwalden. (sda/lz/gh)

"Der schwärzeste Tag"

"Es ist der schwärzeste Tag in der Unternehmensgeschichte", sagte Wicki anlässlich der Medienkonferenz in Engelberg OW. Heute habe man mit grossem Schrecken erfahren müssen, was Gefahr bedeute. Der Verstorbene habe langjährige Erfahrung mit Revisionsarbeiten gehabt und die Arbeit geliebt, doch habe er immer gewusst, dass es ein Risiko sei.

Rund 20 Arbeiter waren dabei, das Förderseil der Gondelbahn Engelberg - Trübsee auf der Gerschnialp zu kürzen. Dazu wird dieses mit einer temporären Abspannung zusammengezogen, um dann am entspannten Teil des Förderseils zu arbeiten. Diese Abspannung löste sich im Seilspleissbereich aus ungeklärten Gründen und das Förderseil schnellte nach oben.

Laut Wicki wird das Förderseil mit zwei bis drei Tonnen Gewicht abgespannt. Als sich das Seil ruckartig anspannte, wurden mehrere Arbeiter getroffen. Sechs von ihnen verletzten sich, zwei davon schwer. Sie seien in Spitäler gebracht worden und ansprechbar gewesen. (sda)


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