Routinierte Aliens holen am Sarner Kinderumzug den ersten Platz

OBWALDEN ⋅ Seit Jahren gehen die Freunde aus Wilen, Lungern und Kerns zusammen an die Fasnacht. Dieses Jahr unter dem Motto Avatar.

21. Februar 2020, 19:10

Franziska Herger

Die leuchtend blauen Gestalten, die den lianenverhangenen, grauen Rauch ausstossenden Baum hinter sich herzogen, waren am Sarner Kinderumzug nicht zu übersehen. «Schau mal, wie schön!», rief ein kleiner Zuschauer und zeigte auf die Gruppe um Fabian Amstalden. Sie sind die interessierten Blicke gewohnt. «Wir kommen seit acht Jahren hierher an den Umzug», meint Amstalden.

Die Fasnächtler aus Wilen, Lungern und Kerns sind alte Freunde. «Wir kennen uns schon ewig», erzählt Fabian Amstalden. «Unsere Kinder ziehen bei unserer Fasnachtsbegeisterung voll mit. So kamen wir zum Kinderumzug.»

Den rauchenden Baum bauten sie an einem Tag

Heute besteht die Gruppe aus sechs Erwachsenen und neun Kindern, das Jüngste zweijährig, der Älteste 41. Getreu dem Motto «usseriridisch guäd» der Sarner Lälli-Zunft liess sich die Gruppe für ihr Fasnachtssujet vom Hollywood-Film «Avatar» inspirieren. «Sobald das Motto der Lälli-Zunft herauskommt, grillieren wir bei einem Bierchen und einer Cervelat und bestimmen das Sujet», so Amstalden. «Dann bauen wir an einem anderen Tag den Wagen. Das haben wir bisher immer gut geschafft.»

Schon einen Monat vor der Fasnacht war der Wagen mit dem imposanten Baum gebaut. Er basiert auf einer Holzkonstruktion. «Die Rinden- und Wurzelstruktur haben wir dann mit Bauschaum hingekriegt», so Amstalden. Anschliessend musste das Ganze nur noch braungrün angesprayt werden.

«Unser Ziel ist immer, nicht Letzte zu werden»

Neben Sarnen wollen die ausdauernden Fasnächtler auch in Lungern am Umzug teilnehmen. «Und wenn der Baum bis dahin noch steht, gehen wir am Montag auch noch an den Kernser Umzug», fügt Fabian Amstalden hinzu. Von Kerns, wo sie den Wagen gebaut haben, bis nach Sarnen sind die blauen Aliens mit dem Wagen gelaufen. Nach Lungern fahren sie ihn aber auf einem Anhänger, «das wäre dann doch etwas weit», meint Am­stalden.

Der grosse Aufwand hat sich gelohnt: Obwohl ihnen die Rangierung nicht so wichtig ist – «wir gehen wegen der Kinder, unser Ziel ist einfach immer, nicht Letzte zu werden» –, landeten die Avatar-Aliens auf dem verdienten ersten Platz.

Und wie hat sich die Fasnacht für die Freunde verändert, jetzt, wo sie mit Kind und Kegel unterwegs sind? «Gar nicht», sagt Fabian Amstalden trocken, und seine Kollegen lachen. «Wir gehen halt eher am Nachmittag raus. Und danach geben wir die Kinder dann je nachdem bei den Grosseltern ab und machen noch etwas weiter.»


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