Musiktherapie im Heim?

OBWALDEN ⋅ Wir fragten Theres Meierhofer-Lauffer, Präsidentin des Dachverbandes Obwaldner Seniorenheime Curaviva, wie sich Musizieren in Heimen auf die Bewohnerinnen und Bewohner auswirkt.

08. Dezember 2019, 18:58

Marion Wannemacher

Im Rahmen eines Forschungsprojekts befasst sich Marc Brand, Dozent am Institut für Musikpädagogik der Hochschule Luzern (HSLU), mit Musizieren im Alter. Er berichtet von Pflegeheimen, die ihr Personal schulen, um Seniorinnen, auch mit Demenz, zum Musizieren anzuleiten. Diese bräuchten weniger Medikamente zu verabreichen, hätten eine fröhlichere Stimmung im Haus und weniger Fluktuation beim Pflegepersonal. Wir fragten bei Theres Meierhofer-Lauffer, der Präsidentin des Dachverbandes Obwaldner Seniorenheime Curaviva nach.Gibt es in Obwalden auch Pflegepersonal, das die Bewohner zum Musizieren anleitet?Theres Meierhofer-Lauffer: Bewohner musizieren selbst und mit dem Personal, ja. Davon, dass dieses speziell dafür geschult ist, habe ich in den Heimen in Obwalden bis jetzt nichts gehört. Was halten Sie davon?Ich kann bestätigen, dass Musik in der Aktivierung den Leuten guttut, insbesondere das Singen. Das hat bei uns bereits einen festen Platz, auch mit dem Einsatz von Klanginstrumenten. Ob man mit den Bewohnern kocht oder Musik macht, alles, was ihre Hirnzellen und ihre Seele anregt, ist gut für sie. Können Sie sich vorstellen, so ein Projekt im Erlenhaus in Engelberg, das Sie leiten, einzuführen? Zur Zeit sind wir mit dem Umbau beschäftigt, im Januar werden wir zügeln. Wenn wir das alles hinter uns haben, kann ich mir das vorstellen. Den Ansatz finde ich gut. Wenn es mir gelingt, in vier Jahren ein kleines Hausorchester oder einen Hauschor in unserer Alterssiedlung zu haben, wäre das genial. Klar sind die Kosten immer ein Thema, aber wenn man Mitarbeiterinnen, die selber aus der Musik kommen, schult, wäre das sehr ressourcenorientiert.

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