Kredite und Rechnung 2021 ohne Gegenanträge genehmigt

OBWALDEN ⋅ Die Gemeindeversammlung von Lungern genehmigt alle Anträge und lässt sich über den Umbau und die Sanierung des Betagtenheimes Eyhuis informieren.

20. Mai 2022, 16:53

Robert Hess

Für der Lungerer Finanzchef Andreas Kummer war es sichtlich ein Vergnügen, der Gemeindeversammlung vom Donnerstagabend die «erfreuliche Rechnung 2021» zu präsentieren. Sie weist nach einer Einlage von 1,5 Millionen Franken in die finanzpolitischen Reserven einen Ertragsüberschuss von 234’527 Franken auf. Budgetiert gewesen war ein Aufwandüberschuss von 144’000 Franken. Die Nettoinvestitionen betragen 991’000 Franken. Die rund 110 anwesenden Stimmberechtigten genehmigten die Rechnung ohne Gegenantrag.

Ebenfalls ohne Gegenantrag genehmigte die Versammlung ein zinsloses, in 25 Jahren rückzahlbares Darlehen von 150’000 Franken an einen Neubau des «Lagers am See» sowie einen A-fonds-perdu-Beitrag von 30’000 Franken an den Bau einer behindertengerechten Aussentoilette beim Neubau. Gemeinderat Daniel Ming sowie Christian Halter vom Verein Lungern Tourismus präsentierten das Neubauprojekt mit Investitionen von 980’000 Franken. In getrennten Räumen sind gegen 30 Schlafplätze und zeitgerechte sanitarische Anlagen geplant (wir berichteten).

Ebenfalls ohne Gegenantrag stimmte die Versammlung einem Objektkredit von 200’000 Franken mit einer Laufzeit von drei Jahren für die Umgestaltung der Friedhofanlage «in der Bürglen» zu. «Der Friedhof ist ein wichtiger Bestandteil in der Umgebung der Pfarrkirche», so Gemeinderat Wendelin Imfeld, «er entspricht aber nicht mehr den heutigen Bedürfnissen.» Die Bauausführung ist diesen Herbst und kommenden Frühling geplant.

Verwerfungsantrag abgelehnt

Weiter stimmte die Versammlung einer Änderung der Gemeindeordnung zu. Einbürgerungsgesuche von Ausländern sollen künftig nicht mehr von der Gemeindeversammlung genehmigt werden, sondern fallen in die Zuständigkeit des Gemeinderates, erklärte Gemeindepräsidentin Bernadette Kaufmann-Durrer. Durch die Absage von Gemeindeversammlungen wegen der Pandemie hätten Einbürgerungswillige über ein Jahr auf den Entscheid warten müssen. Die notwendigen Abklärungen werden weiterhin durch eine vorberatende Kommission vorgenommen. Klar abgelehnt wurde ein Verwerfungsantrag von Niklaus Linder. Linder wollte die bisherige Regelung beibehalten, da die Vorstellung der Einzubürgernden an der Gemeindeversammlung ein Teil der Integration sei.

Schliesslich genehmigte die Versammlung ohne Gegenantrag eine Umzonung in Kaiserstuhl. Laut Gemeinderat Josef Berchtold betreffen die beantragten Umzonungen einige Restflächen, die nach dem bestehenden Zonenplan nicht bebaubar seien.

«Eyhuis» umbauen und sanieren

Beim Traktandum «Orientierungen» informierten Stiftungsratspräsident Rolf Kaufmann und Geschäftsführer Herbert Gasser über den Stand der Dinge beim Umbau und bei der Sanierung des Betagtenheimes «Eyhuis». Derzeit seien nicht mehr alle 45 zur Verfügung stehenden Betten belegt. Aufgrund der demografischen Entwicklung werde mit einem Rückgang an potenziellen Heimgästen in den Jahren von 2020 bis 2028 gerechnet. Ab 2028 dürfte die Zahl der Heimbewohnerinnen und -bewohner wieder zunehmen. Die Zeit der Unterbelegung will der Stiftungsrat nutzen, um das rund 35-jährige Heim mit 45 Einzelzimmern, Nebenräumen und einem Gastro-Bereich baulich und betrieblich auf Vordermann zu bringen. Die Projektkosten sind auf rund 7 Millionen Franken veranschlagt.

Spende von 1 Million Franken

Im Rahmen der Finanzierung wird die Stiftung unter anderem auf Spenden angewiesen sein. Mit gutem Beispiel ist der in Lungern aufgewachsene Josef Ming («Hostetthansä») bereits mit einer Spende von 1 Million Franken vorangegangen. Die Bauzeit soll sich auf die Jahre 2023 bis 2024 erstrecken, wobei der Betrieb weitergeführt wird, wie Stiftungsratspräsident Rolf Kaufmann versicherte.


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