Ob- und Nidwaldner Heime sind stark ausgelastet

NIDWALDEN ⋅ Die Zahl der Heimeintritte nimmt in Nidwalden ab, in Obwalden zu. Doch es gibt auch Gemeinsamkeiten.

29. Oktober 2020, 15:31

Die Auslastung der Alters- und Pflegeheime ist im vergangenen Jahr in Ob- und Nidwalden gestiegen. Dies zeigt die gestern veröffentlichte Statistik von Lustat Statistik Luzern. Die sieben Heime im Kanton Nidwalden mit 478 Plätzen waren demnach zu 98,1 Prozent ausgelastet (Vorjahr: 96,2 Prozent). Die sieben Obwaldner Alters- und Pflegeheime mit 430 Plätzen waren zu 96 Prozent ausgelastet. Das sind 0,4 Prozentpunkte mehr als 2018. Das sind weitere Auffälligkeiten in der Statistik:

  • In den Nidwaldner Heimen wurden 263 Eintritte verzeichnet – 15,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Anteil der Kurzzeitaufenthalte nahm deutlich ab.
  • Anders in Obwalden: Dort wurden 13,5 Prozent mehr Eintritte verzeichnet. Insgesamt waren es 286, fast die Hälfte davon waren Kurzaufenthalte.
  • Das durchschnittliche Eintrittsalter ist in der Tendenz ansteigend, wobei die Obwaldner beim Heimeintritt in der Regel älter sind als die Nidwaldner. Das durchschnittliche Eintrittsalter lag in Obwalden bei 83,4 Jah­ren, in Nidwalden bei 82,9 Jahren.
  • Ein Langzeitaufenthalt dauerte in Obwalden im Schnitt 3 Jahre, in Nidwalden sind es 3,2 Jahre. Damit wird wieder das Niveau von 2017 erreicht. 2018 war die durchschnittliche Dauer eines Langzeitaufenthalts in Nidwalden mit 2,6 Jahren deutlich tiefer. Langzeitaufenthalte enden in den meisten Fällen mit dem Lebensende der Bewohnerinnen oder Bewohner.
  • Obwohl die Zahl der Eintritte in Nidwalden deutlich gesunken ist, wurden mehr Heimtage verrechnet: insgesamt 171200. Das sind gut 4000 mehr als im Vorjahr. Der Anteil der verrechneten Tage ohne oder mit tiefem Pflegebedarf ist seit Jahren rückläufig. Er betrug im vergangenen Jahr 19,5 Prozent. Zum Vergleich: 2011 lag dieser Wert noch bei 39 Prozent.
  • In den Obwaldner Alters- und Pflegeheimen wurden rund 151000 Heimtage verrechnet. Das sind gut 1770 Tage mehr als im Vorjahr (+1,2 Prozent). Der Anteil von Bewohnerinnen und Bewohnern ohne oder mit tiefem Pflegeaufwand ist höher als in Nidwalden. Deren Anteil liegt bei 23,1 Prozent.
  • Der Anteil der über 95-Jährigen, die in einem Heim leben, ist in Obwalden tiefer als in Nidwalden. 51,4 Prozent der über 95-jährigen Obwaldner leben in einem Heim. In Nidwalden sind es 61,5 Prozent. Gemäss Lustat steigt die Wahrscheinlichkeit für einen Heimeintritt mit zunehmendem Alter.
  • In den Nidwaldner Alters- und Pflegeheimen arbeiteten im vergangenen Jahr 659 Personen. Sie teilten sich 447 Vollzeitstellen. 44 Prozent der 305 Pflegestellen hatte Fachpersonal inne. In den Obwaldner Alters- und Pflegeheimen besetzten 630 Personen 470 Vollzeitstellen. 46 Prozent der 269 Pflegestellen hatte Fachpersonal inne.

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