Bergführer Andres Lietha wird neuer Tourismusdirektor in Engelberg

NIDWALDEN ⋅ Der gebürtige Bündner Andres Lietha will den Tourismus in Engelberg «von Stufe acht auf Stufe neun oder zehn bringen».

27. Januar 2020, 11:53

Franziska Herger

Der gebürtige Bündner Andres Lietha will den Tourismus in Engelberg «von Stufe acht auf Stufe neun oder zehn bringen».

Engelberg-Titlis-Tourismus hat einen neuen Direktor, wie die Firma am Montag mitteilte. Andres Lietha folgt per 10. Februar auf Frédéric Füssenich, der zu den Rigibahnen wechselt. «Menschen dazu zu bringen, in die Berge zu gehen, war schon immer meine Leidenschaft», sagt der zertifizierte Bergführer, der zudem Mitbegründer und Geschäftsführer einer Kletterschule und Herausgeber einer Kletterzeitschrift war. Lietha war über 15 Jahre für die Mammut Sports Group AG tätig, zuletzt leitete er die Business Unit Services, den Aufbau der neuen Geschäftseinheit Dienstleistungen und die Mammut Alpine School. Zuvor war er unter anderem als Head of Marketing Communications tätig. Der Geograf und hat einen Marketing-Abschluss sowie einen Abschluss in Strategic Management.

Konkrete Erfahrung in der Tourismusbranche bringt der gebürtige Bündner damit nur indirekt mit. Das sei kein Manko, meint Norbert Patt, Verwaltungsratspräsident von Engelberg-Titlis-Tourismus. «Tourismus ist nicht Quantenphysik, das ist lernbar. Wichtiger ist, Strategien zu entwickeln und Netzwerke aufzubauen – und das kann Andres Lietha, weil er als Manager in einem Grosskonzern tätig war.» Lietha selbst verweist auf die Nähe zwischen dem Tourismus und dem Sportartikel-Geschäft:

«Die Kundschaft ist eigentlich die gleiche, ob sie nun ein Skiticket kauft oder einen Lawinen-Airbag – sie sucht immer das Erlebnis in den Bergen.»

Mit dem Gedanken, in den Tourismus zu wechseln, spiele er seit Jahren.

Der neue Direktor zieht von Zürich nach Engelberg

Andres Lietha habe sich unter 50 Bewerbern durchgesetzt, so Patt. «Wir sind sehr glücklich mit unserer Wahl.» In Engelberg stünden grosse Herausforderungen an, etwa die Weiterentwicklung der Destination, die Erarbeitung von Tourismusangeboten für Sommer und Winter und auch die Einbindung des Fünfsternehotels Palace Engelberg Titlis, das dieses Jahr eröffnet wird, in die Tourismusstrategie. «Da braucht es jemanden, der gut kommunizieren kann und ein Gespür für Trends hat. Diese Fähigkeiten bringt Andres Lietha mit. Auch eine gewisse Seniorität, über die er mit 54 Jahren verfügt, ist in den turbulenten Zeiten im Markt nützlich.»

Er habe einige Ideen für die Weiterentwicklung des Engelberger Tourismus, so Lietha. «Doch zunächst möchte mich informieren, was auf gutem Weg ist und wo der Schuh drückt.» Seinen Vorgänger lobt er. «Frédéric Füssenich hat sehr gute Arbeit geleistet. Für mich geht es nun darum, die Tourismusdestination von Stufe acht auf Stufe neun oder zehn zu bringen.»

Wie dies vom neuen Tourismusdirektor verlangt wird, zügelt Lietha mit seiner Frau ab Mai von Zürich nach Engelberg – «einer der Gründe, warum ich mich so auf die Stelle freue». Frédéric Füssenich ist noch bis Ende Februar in Engelberg tätig. Auf Wunsch der Rigibahnen tritt er seine neue Stelle statt wie ursprünglich vorgesehen im Mai schon frühzeitig an.





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