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Mit 3D-Animation: Gegner kritisieren Ausmass der geplanten Rigi-Gondelbahn

Die geplante Seilbahn der Rigi Bahnen stösst nach wie vor auf Gegenwehr. Nachdem die Einsprachefrist für die zweite Planauflage des Projekts abgelaufen ist, veröffentlichen die Gegner ein kritisches Video, welches aufzeigen soll, wie die Rigi mit der neuen Bahn tatsächlich aussehen würde. Die Rigi Bahnen weisen die Kritik weiterhin von sich.  

Nachdem die erste öffentliche Auflage für die geplante Seilbahn der Rigi Bahnen von Weggis nach Rigi Kaltbad wegen fehlerhafter Aussteckungen der geplanten Masten wiederholt werden musste , stösst die zweite Auflage erneut auf Widerstand. In einem knapp vierminütigen Video wird in einer 3D-Animation gezeigt, wie die neue Rigi-Bahn aussehen und den Anblick der Königin der Berge prägen würde. Dazu werden Informationen eingeblendet, die auf die angeblichen Mängel und negativen Auswirkungen des Bauprojekts hinweisen.

Veröffentlicht wurde das Video von Rigi-Bahnen-Aktionär René Stettler, welcher sich als Hauptinitiant mehrerer Petitionen zur geplanten Seilbahn schon seit geraumer Zeit gegen diese stellt. Nebst dem Video hat Stettler eine Mitteilung veröffentlicht, in der er feststellt, dass auch die zweite Planungsauflage «eklatante Mängel» aufweise. Hauptsächlich moniert Stettler, dass drei der «überdimensionierten» Masten, welche die Seilbahn tragen sollen, nach wie vor nicht richtig profiliert worden seien und so deren Ausmass nicht wirklich greifbar sei.

Dass aus Sicherheitsgründen wegen des laufenden Pendelbahnbetriebs auf eine 1:1-Profilierung der Masten verzichtet wurde, scheint Stettler der Rigi Bahnen AG nicht ganz abzukaufen. «Eine Profilierung ist mit gutem Willen immer möglich, kostet aber etwas. Sie hätte auch ausserhalb der bestehenden Fahrspur der heutigen Pendelbahn gemacht werden können, für dieses «Jahrhundertprojekt, dessen zerstörerischer Eingriff in die geschützte Landschaft der kommenden Generation zugemutet wird». Für Stettler wurde die öffentliche Meinungsbildung klar «torpediert». «Nicht zum ersten Mal» fügt er an.

Rigi Bahnen wollen nichts von den Vorwürfen wissen

Und so hat der in Rigi Kaltbad wohnhafte Stettler mit seinem Video nun eine eigene visuelle Darstellung der geplanten Bahn veröffentlicht. Die Rigi Bahnen schenken dem Video derweil keine Beachtung: «Wir befinden uns in einem laufenden Verfahren, und es erübrigt sich für uns, Darstellungen zu kommentieren, welche wir weder in Auftrag gegeben haben noch vorab dazu Stellung nehmen konnten», erklärt Frédéric Füssenich, CEO der Rigi Bahnen. Stettlers Vorwürfe, mit den eigenen Visualisierungen ein falsches Bild gezeichnet zu haben, weist er klar zurück: «Unsere Visualisierungen haben wir gemäss den Vorgaben der Bundesbehörden erstellt und nicht nach eigenen Präferenzen.»

So würden die Gondelbahn-Masten gemäss einer Visualisierung der Rigi Bahnen aussehen.
Bild: Bild: Rigi Bahnen AG

Auch Stettlers Kritikpunkt, dass der Bau die Schutzfunktion des Waldes beeinträchtigende Rodungen nach sich ziehe, weist Füssenich ab. «Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und haben unter Beizug von ausgewiesenen Fachleuten die Planung umgesetzt.» Stettler verweist wiederum auf Schutzverbände, die diese Meinung wiederholt öffentlich vertreten hätten.

Das Bundesamt für Verkehr bestätigt derweil, dass die in der ersten Auflage fehlerhaften Aussteckungspläne in der zweiten Auflage geprüft und freigegeben worden sind, welche erst am Freitag geendet hat. Auch gegen die zweite Auflage seien jedoch Einsprachen eingegangen, wobei die Anzahl der Einsprachen zu diesem Zeitpunkt noch unklar sei – bei der ersten Auflage waren es acht . Die Einwände, die auch gegen die zweite Auflage vorgebracht worden seien, würden nun geprüft.

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