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Kommentar

Luzerner Coronabericht: Eine Portion mehr Selbstkritik ist nötig

Die Luzerner Regierung legt ihren Rechenschaftsbericht zur Coronakrise vor. Bei allem Verständnis für die schwierige Situation: Eine kritischere Auseinandersetzung mit dem eigenen Handeln würde dieser Regierung guttun.

Die Luzerner Regierung hat recht, wenn sie sagt: So eine Krise hat der Kanton Luzern noch nie erlebt. Dementsprechend anspruchsvoll war die Aufgabe, die sich im März 2020 vor den handelnden Entscheidungsträgern aufbaute; sie alle betraten Neuland. Nach zweieinhalb Jahren muss man feststellen: Der Kanton Luzern ist bis jetzt einigermassen glimpflich durch die Coronakrise gekommen.

Doch bei der Lektüre des nun vorliegenden Rechenschaftsberichts der Regierung gerät man schon ins Stutzen. «Luzern hat die Krise gut gemeistert», heisst es einmal und es ist wohl der Satz, der in Erinnerung bleiben soll. Bei allem Verständnis für die Grösse der Aufgabe: Eine gute Portion Selbstkritik bezüglich des eigenen Handelns wäre durchaus angebracht. Vor allem in kommunikativer Hinsicht ist mit Sicherheit nicht immer alles gut gelaufen, obwohl die Regierung behauptet, es sei zu «keinen grösseren Pannen» gekommen.

Es gibt einige Beispiele, die man durchaus als solche bezeichnen kann: die nicht-kommunizierte Zertifikatspflicht im Spital. Oder ein Gesundheitsdirektor, der im Fernsehen neue Massnahmen ankündigt, die das Gesamtgremium noch gar nicht beschlossen hat. Oder das Chaos bei der Anmeldung für die erste Impfung. Keines dieser Beispiele – es gäbe noch weitere – kommt im Bericht vor. Man muss angesichts dieses Ergebnisses hoffen, dass man intern härter miteinander ins Gericht ging, als man offensichtlich bereit war, gegen aussen offenzulegen.

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