Im Tribschenquartier soll ein neues Hotel entstehen

LUZERN ⋅ An der Tribschenstrasse 9 ist ein Neubau mit 140 Zimmern geplant. Betrieben werden soll das Haus von Tavolago, der Gastro-Tochterfirma der Schifffahrtsgesellschaft SGV.

29. November 2021, 14:29

Stefan Dähler

Stefan Dähler

Voraussichtlich bis 2025 soll an der Tribschenstrasse 9 ein neues Hotel entstehen. Das bestehende Bürogebäude der Eigentümer HG Commerciale (HGC) und der Zentralschweizerischen Baumeisterverbände (ZBV) werde durch einen Neubau ersetzt, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Den Architekturwettbewerb habe das Luzerner Architekturbüro Lütolf und Scheuner Architekten GmbH für sich entschieden.

Das Investitionsvolumen liegt nach heutigem Kenntnisstand bei gut 30 Millionen Franken, schreibt HGC-CEO Martin Tobler auf Anfrage. Das derzeitige Bürogebäude, das 1975 gebaut worden ist, sei stark baufällig. Eine Sanierung wäre «ein Flickwerk und viel aufwändiger als ein Neubau mit modernster Haustechnik», heisst es in der Mitteilung. Derzeit laufe nun ein Innendesign-Wettbewerb. 2022 ist die Baueingabe bei der Stadt Luzern geplant. Hauptnutzer im heutigen Gebäude seien die ZBV und die HGC. Die ZBV werden auch im neuen Gebäude Räume beziehen. Alle anderen Mieter seien frühzeitig informiert worden und teilweise schon ausgezogen.

Der Neubau werde bezüglich Höhe und Tiefe die Dimensionen des heutigen Gebäudes einnehmen. «Insgesamt wird es etwas länger, es übernimmt die Untergeschosse des bestehenden Baus», so Tobler.

Betreiberin des Hotels wird die Tavolago AG Luzern sein. Die Tochterfirma der Schifffahrtsgesellschaft SGV führt im Raum Luzern bereits zahlreiche Gastrobetriebe, darunter auch solche mit Hotelzimmern (Stern Luzern und Chärnsmatt Rothenburg). Vorgesehen sind 140 Zimmer in der 3-Stern-Superior-Klasse. Zielgruppe sind Individualtouristen, Paare, Familien, Geschäftsreisende und Vereine. Es würden zudem viele Familienzimmer, welche sich verbinden lassen, geplant.

Konkurrenz in unmittelbarer Nähe

In unmittelbarer Nähe befindet sich bereits ein Ibis-Hotel. Das neue Projekt soll sich aber «von anderen Hotels und international standardisierten Hotelketten in der Stadt Luzern deutlich abheben. Es ist auf das Quartier ausgerichtet und abgestimmt», heisst es in der Mitteilung. «Das Quartier erhält mit dem Hotel ein freundliches, sichtbares Eingangsportal.» Der Neubau werde «den bisher eher dunklen und verlassenen Strassenabschnitt beleben und auch den Quartierbewohnenden offenstehen». Geplant seien eine öffentliche Bar im Erdgeschoss, eine Kaffeelounge sowie frei zugängliche Begegnungszonen mit Arbeits-, Sitzungs- und Verweilmöglichkeiten. Das Projekt werde daher auch vom Quartierverein begrüsst.

Ist ein Hotel angesichts der Coronakrise nicht mit Risiken verbunden? «Die Bauherrschaft hat verschiedene mögliche Nutzungen sehr sorgfältig geprüft. Wir sind überzeugt, dass ein neues Stadthotel mit viel Swissness und eigenständigem Design im aufstrebenden Tribschenquartier die perfekte Nutzung für diesen Standort ist», so Tobler. So fehle in Luzern derzeit ein Hotel im «stark nachgefragten» 3-Sterne-Superior-Segment.

Nach der Schifffahrt ins Hotel der SGV-Tochter

Aus Sicht der SGV-Gruppe mache es gerade angesichts der belastenden Coronakrise Sinn, «rechtzeitig an die Zukunft zu denken und zu investieren», schreibt Tavolago-Geschäftsleiter Fredy Wagner. «Das Stadthotel passt perfekt ins Angebot der Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee.»

Rund 75 Prozent der Schiffsgäste kämen aus der Schweiz. «Ein Grossteil davon verlängert die Schifffahrt jeweils mit mindestens einer Übernachtung in der Region. Mit dem Betrieb eines eigenen Hotels stärkt die SGV ihre Wertschöpfungskette.»


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