Das alte Bahnhöfli soll zum Eventlokal werden

LUZERN ⋅ Eine Genossenschaft gewinnt den Ideenwettbewerb zur Belebung des historischen Gebäudes in Kriens. Für die Realisierung der Pläne ist noch viel Geld nötig.

15. September 2021, 17:45

Stefan Dähler

Stefan Dähler

Der Entscheid ist gefallen: Die Genossenschaft Bahnhöfli Kriens gewinnt den Ideenwettbewerb zur Belebung und Aufwertung des alten Bahnhöflis sowie des Stadtplatzes. Das hat der Stadtrat auf Antrag der Jury entschieden. Insgesamt wurden 13 Ideen eingereicht. Die Siegerin überzeuge dank einer «guten Projektidee mit viel Entwicklungspotenzial», teilt die Stadt mit. Es sei auch denkbar, Ideen aus anderen Wettbewerbsprojekten aufzunehmen.

Die Genossenschaft ist breit abgestützt. Hinter ihr stehen Politiker aus allen Krienser Parteien, Präsident ist Bruno Bienz, zugleich Co-Präsident der Grünen. «Wir sind sehr erfreut, doch die Aufgabe fängt erst an», sagt er. Im Gespräch mit der Stadt soll das Konzept nun konkretisiert werden. Dieses sieht vor, dass das Bahnhöfli zum ganzjährigen Eventlokal mit Gastronomieangebot wird. Es soll für Kultur, Kulinarik und Kunst offenstehen. Dafür müsste es im Rahmen der denkmalpflegerischen Vorgaben sanft erneuert werden. Denkbar sei allenfalls eine Erweiterung der bestehenden gedeckten Terrasse. «Die Fläche könnte für die Gastronomie oder als Bühne genutzt werden.»

Bahnwagen als Hommage an frühere Nutzung

Weiter schwebt der Genossenschaft ein zusätzlicher Bahnwagen auf dem Platz als «Rottenküche» vor; so wurden früher fahrbare Verpflegungswagen für Bahnarbeiter bezeichnet. «Das Bahnhöfli ist ein Zeitzeuge. Diesen Aspekt wollen wir damit noch stärker sichtbar machen», sagt Bienz. Das Bahnhöfli der früheren Kriens–Luzern–Bahn wurde 1886 erbaut, 1896 erweitert und ist im kantonalen Bauinventar als schützenswert eingetragen.

Denkbar wäre die Inbetriebnahme 2023. 2022 könnte als Zwischennutzung bereits eine Buvette eröffnet werden. Für die Realisierung rechnet die Genossenschaft mit Kosten von grob geschätzt 1,5 Millionen Franken. «Es bestehen noch sehr viele Unsicherheitsfaktoren, etwa, was die denkmalpflegerischen Auflagen angeht», sagt Bienz. Die Genossenschaft zählt bis jetzt rund 50 Mitglieder, die ein Kapital von rund 50'000 Franken bereitstellen. «Wir hoffen nun, dass wir dank des Zuschlags noch Zuwachs erhalten», sagt Bienz. Durch Sponsoring, Crowdfunding oder Eigenleistungen lokaler Firmen sollen weitere Mittel dazukommen.

Beim Baurechtszins gehen die Vorstellungen noch auseinander

Das Konzept der Genossenschaft sieht vor, dass die Stadt als Grundeigentümerin einen symbolischen Baurechtszins von 1000 Franken im Form von Anteilsscheinen erhält. «Es ist ein ideelles Projekt, um Kriens aufzuwerten, eine Rendite werden wir kaum erzielen», sagt Bienz. «Für die Jury und den Stadtrat war im Wettbewerb die Belebung des Stadtplatzes das zentrale Kriterium», sagt Stadtpräsidentin Christine Kaufmann (Mitte) dazu. «Uns gefällt, dass es ein Projekt von Menschen aus Kriens für Menschen aus Kriens ist. Und wir sehen darin das langfristigste Potenzial.» Man werde nun auf die Genossenschaft zugehen, um deren Idee weiterzuentwickeln und Details wie den Baurechtszins auszuhandeln. Hier gehen die Vorstellungen der Stadt und der Genossenschaft noch auseinander.


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