Betrieb im mobilen Corona-Testcenter auf der Allmend läuft an

LUZERN ⋅ Schon beim Start des «Drive-In»-Testcenters um 13 Uhr standen die ersten Autos Schlange – inklusive Fahrer mit Mundschutz. Doch sie mussten allesamt wieder weggewiesen werden.

25. März 2020, 15:25

Christian Glaus

Pünktlich um 13 Uhr hat das mobile Corona-Testcenter auf der Luzerner Allmend seinen Betrieb aufgenommen. Und ebenso pünktlich standen die Autos bereit. Zuvorderst ein blaues Fahrzeug mit Luzerner Nummernschildern, am Steuer eine Person mit Mundschutz. Das muss er also sein – der erste mutmassliche Coronapatient, welcher sich direkt am Steuer untersuchen lässt, ohne aus dem Auto aussteigen zu müssen. Nur wenig später folgt das zweite Fahrzeug und reiht sich dahinter ein.

Doch, so scheint es zumindest für Beobachter, es geschieht einfach nichts. Das blaue Auto bleibt stehen, fährt später auf einen Parkplatz, parkiert nochmals um – was nun? Die Spitex-Mitarbeiter, die mit Maske und Schutzanzügen bei einem eigens für die Tests aufgebauten Zelt stehen, bewegen sich keinen Meter. Ein Auto nach dem anderen fährt wieder weg. Leere.

Tatsächlich, so konnte unsere Zeitung vor Ort in Erfahrung bringen, wurde in der ersten Stunde keine Person auf der Allmend getestet. Denn bevor bei ihnen der Abstrich gemacht wird, müssen sie vom Hausarzt beim Kanton angemeldet werden. Erst dann kommen die mutmasslichen Virenträger auf eine Liste und können sich auf der Allmend testen lassen. Die fünf oder sechs Autos, die in der ersten Stunde vorgefahren sind, standen allesamt nicht auf der Liste – und durften sich dementsprechend auch nicht testen lassen.

Ärzte erhielten Downloadlink für die Anmeldung

Das überrascht wenig. Das Testcenter wurde kurzfristig eingerichtet, zuerst bei der Kantonsschule Alpenquai in Luzern, nach Widerstand der Anwohner wurde es am Dienstag auf die Allmend verlegt. Offenbar ebenso kurzfristig erfolgte die Instruktion an die Hausärzte. Noch am Mittwochmorgen meldete sich ein Arzt bei unserer Zeitung und erklärte, er wisse gar nicht, wie er die Patienten ins Testcenter überweisen könne. Gemäss Auskunft des Kantons wurden die Ärzte mit einem Downloadlink für die Anmeldung bedient.

Die Helfer beim Testcenter auf der Allmend haben für den ersten Betriebstag lediglich eine Handvoll Namen auf ihrer Liste. Sie rechnen aber damit, dass die Zahl der Autofahrer, die sich testen lassen sollen, in den nächsten Tagen deutlich steigt – sobald die Informationen bei den Hausärzten angekommen und die Anmeldungen verarbeitet sind.


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