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Kanton Luzern

Lindenschwinget in Weggis – hier dürfen nur Unerfahrene in den Sägemehlring

Bald ist es so weit – der Lindenschwinget Weggis geht in die zweite Runde. Laie gegen Laie lautet beim Schwingfest die Regel.
Andreas Mathis, OK-Präsident, im Sägemehlring. (Bild: PD (Weggis/2018))
Adrian Jenni feiert seinen Sieg auf den Schultern seiner Konkurrenten. (Bild: PD (Weggis/2018))

Lisa Zimmermann

Lisa Zimmermann

In Weggis wird am 3. September wieder geschwungen. Im Sägemehl messen sich allerdings keine Routiniers, sondern ausschliesslich Laien. Der Lindenschwinget auf der Liegenschaft Linde, der zum zweiten Mal stattfindet, ist nämlich ein sogenannter «Wildischwinget» und damit kein herkömmliches Schwingturnier.

Anmelden können sich alle Männer, die mindestens 18 Jahre alt sind. Zudem dürfen sie noch nie aktiv in einem Schwingklub gewesen sein.

Auf die Frage, wieso Frauen nicht teilnehmen dürfen, antwortet OK-Präsident Andreas Mathis: «Intensive Bedürfnisabklärungen in Weggis und den umliegenden Gemeinden haben gezeigt, dass dies für Frauen und Kinder kein Thema ist.» Sollten trotzdem Ambitionen bestehen, sei das OK immer für Vorschläge offen.

Anstelle vom «Siegermuni» gibt's einen Geissbock

Doch warum braucht's ein Schwingfest für Laien? Mit einer Prise Humor erklärt Mathis:

«Wir vom OK waren zu schlecht, um bei den Aktiven zu schwingen. Also mussten wir unser eigenes Fest organisieren.»

So könnten auch sie in den Ring steigen.

Dies tat 2018, beim ersten Lindenschwinget, auch der 23-jährige Adrian Jenni aus Meierskappel – und gewann das Turnier prompt. Für diese Bestleistung wurde er mit einem Geissbock und Preisgeld belohnt. Auch dieses Jahr ist er wieder dabei. «Aus Freude und natürlich um meinen Titel zu verteidigen», wie er sagt. Das Schwingen fasziniere ihn schon lange: «Als Schwinger muss man viele Faktoren erfüllen. Unter anderem ist Kraft, Technik, Ausdauer und Schnelligkeit gefragt.»

Nebst Jenni haben sich 26 weitere Schwinger, mehrheitlich aus den Gebieten rund um die Rigi und dem Vierwaldstättersee, angemeldet. Mathis sagt, dass fast täglich neue Anmeldungen hinzukämen. Am ersten Lindenschwinget kämpften schlussendlich 35 Schwinger um den Titel.

Das OK erwartet rund 400 Zuschauerinnen und Zuschauer, welche den Schwingern rund ums Sägemehl zujubeln werden.

Dieses Jahr hoffentlich ohne 144

Doch wie soll ein Schwingturnier überhaupt funktionieren, wenn die Schwinger selbst Laien sind? «Wir bieten im Voraus drei Trainings mit dem Schwingklub Küssnacht und dem Schwingerverband Vitznau an», sagt Mathis. Zudem würden vor dem ersten Gang allen Teilnehmern die Regeln des Schwingens erklärt, sodass das Verletzungsrisiko gesenkt werden könne.

Eine gewisse Verletzungsgefahr bleibe trotzdem bestehen. Jedoch seien zwei Samariter vor Ort und auch der Notfallarzt der Seegemeinden sowie der Rettungsdienst seien über das Fest informiert. Die Notrufnummer 144 musste bei der ersten Durchführung ausrücken und einen verletzten Schwinger ins Spital bringen. Jetzt ginge es ihm aber wieder «tipptopp», sagt Mathis. Und er ergänzt: «Natürlich hoffen wir, dass wir die 144 dieses Mal nicht wählen müssen und ein unfallfreies Fest mit einem Haufen freudiger Gäste durchführen können.»

Hinweis: Für Zuschauerinnen und Zuschauer beträgt der Eintrittspreis 10 Franken. Die Veranstaltung beginnt um 8 Uhr. Eine spontane Teilnahme ist ebenfalls möglich, solange die Teilnehmer spätestens um 8.30 Uhr vor der Einteilung auf dem Platz stehen. Nach sechs Gängen und dem Schlussgang endet das Lindenschwinget mit der Rangverkündigung um 19 Uhr. Anschliessend kann im Festzelt noch gefeiert werden. Mehr Infos unter: lindenschwinget.ch