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Beispiel Grossdietwil

Leere Wohnungen werden auch auf dem Land zur Rarität

Wer in der Schweiz eine Wohnung sucht, hat es derzeit nicht leicht. So wenig leere Wohnungen wie aktuell hatte es schon lange nicht mehr. Sogar dort, wo es vor ein paar Jahren noch viele freie Wohnungen gab, gestaltet sich die Suche schwierig. Das zeigt sich besonders in der Luzerner Gemeinde Grossdietwil.

Die Luzerner Gemeinde Grossdietwil zeigt sich kreativ: Wer aus dem Elternhaus auszieht und im gleichen Dorf eine neue Wohnung findet, erhält von der Gemeinde 1500 Franken. Das Problem: Derzeit gibt es in Grossdietwil kaum mehr freien Wohnraum.

Wohnraum auf dem Land wird wegen hoher Preise in Agglomeration beliebter

Der Grossdietwiler Gemeindepräsident Reto Frank hätte sich vor drei Jahren nicht vorstellen können, dass die neuen Wohnungen, die im Dorfkern gebaut wurden, noch während dem Bau fast alle vergeben werden. Doch es gäbe mittlerweile eine grosse Nachfrage nach Miet- und Eigentumswohnungen. Und durch die Preissituation in den Agglomerationen sei mittlerweile auch Wohnraum auf dem Land sehr begehrt.

Ob Kauf oder Miete: Zu wenig Wohnraum ist nicht nur in Grossdietwil ein Thema, sondern betrifft immer mehr ländliche Gemeinden. Mario Stübi, Präsident des Mieterverbandes Luzern, Nidwalden, Obwalden und Uri, findet gegenüber PilatusToday klare Worte für diese Entwicklung: «So kann es nicht weitergehen.» In der Schweiz gelte Niederlassungsfreiheit. Das heisst, «ich darf wählen, wo ich wohnen will. Dann soll es dort auch Wohnraum haben. Da ist die Politik gefragt.»

Wohnungen auf dem Land als gute Investition

Was die einen ärgert, freut wiederum andere. So zum Beispiel Bruno Koffel. Der Architekt ist nicht erstaunt, dass die neuen Wohnungen in Grossdietwil weg wie warme Weggli gehen. «Das Bedürfnis ist da, in attraktive Wohnungen zu investieren. Man weiss, das Geld ist dann gut angelegt. Denn auf den Banken hat man heute ja eher Negativzinsen.»

Deshalb ist der Architekt überzeugt, zur richtigen Zeit mit dem Bauprojekt gestartet zu haben. Und die aktuelle Wohnungssituation scheint ihm Recht zu geben: Noch bevor man das Objekt überhaupt besichtigen konnte, waren vier Wohnungen bereits verkauft. (red)

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