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Kinderbetreuung

Krienser Stadtrat will Garantie: Wer sich rechtzeitig anmeldet, hat den Hortplatz auf sicher

Mit einem Tagesstruktur-Reglement will der Stadtrat die Tagesstruktur-Initiative der SP umsetzen. Er geht damit teilweise weiter, als der Kanton vorgibt.
Wer sich für den Mittagstisch anmeldet, soll auch einen Platz bekommen.
Bild: Symbolbild: Christian Beutler/Keystone

Für betroffene Eltern ist es eine leidige Frage: Erhalte ich für mein Kind einen Hortplatz? Oder landet es auf einer Warteliste mit der Folge, dass eine andere Betreuungslösung gesucht werden muss und allenfalls die berufliche Tätigkeit darunter leidet? Die Krienser Schulen stellen zwar bereits bisher jedem rechtzeitig angemeldeten Kind einen Tagesstruktur-Platz zur Verfügung, wie Bildungsvorsteher Marco Frauenknecht (SVP) betont. Dennoch plant der Stadtrat eine zusätzliche Sicherheit für die Eltern: Im neuen Tagesstruktur-Reglement soll ein Rechtsanspruch auf den angemeldeten Betreuungsplatz festgehalten werden, wie der Krienser Stadtrat im Bericht und Antrag schreibt.

Das Reglement erarbeitet hat der Stadtrat aufgrund der im September vom Einwohnerrat angenommenen Tagesstruktur-Initiative der SP . Lanciert wurde diese, weil die Stadt 2022 aus Spargründen vorübergehend den Ferienhort eingestellt und die Horttarife massiv erhöht hatte. Solche Massnahmen sollten künftig verhindert werden. Der Vorschlag des Stadtrats hält entsprechend fest, dass Kriens einen Ferienhort anbieten muss und die Elternbeiträge 30 Prozent der Gesamtkosten der Tagesstrukturen nicht überschreiten dürfen – wie es auch die kantonalen Richtlinien vorgeben.

Bei Andrang sind kreative Lösungen gefragt

Der Krienser Bildungsvorsteher Marco Frauenknecht.
Bild: Bild: Jakob Ineichen

Zurück zum Rechtsanspruch: Ein solcher lässt sich zwar aus dem kantonalen Volksschulgesetz ableiten, das eine «bedarfsgerechte» Betreuung vorschreibt. In der Praxis bestehen dennoch in mehreren Gemeinden Wartelisten, insbesondere für den Mittagstisch. «Der geplante Rechtsanspruch gibt den Eltern Planungssicherheit und erleichtert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf», sagt Frauenknecht.

Kommt das Reglement durch, soll es erstmals im Schuljahr 2024/2025 angewendet werden. Der Anmeldeschluss für die Tagesstruktur ist auf den 7. Juni 2024 terminiert. Um allen angemeldeten Kindern einen Tagesstrukturplatz garantieren zu können, setzen die Krienser Schulen auch kreative Lösungen um: «Wenn wir mehr Anmeldungen haben fürs Mittagessen, wird im Essraum halt in zwei Gruppen zeitlich gestaffelt gegessen oder das Essen wird in einem Schulraum eingenommen», erklärt Frauenknecht.

Die Anmeldefrist setze man in Kriens bewusst spät an. Sie sei aber nötig, damit die Volksschule genug Zeit hat, um die Betreuung sicherzustellen, etwa, um die nötigen Mitarbeitenden zu finden. Kinder, die später angemeldet werden, würden berücksichtigt, wenn es noch freie Plätze gibt. «Sonst werden sie einen Platz auf der Warteliste erhalten, denn diese wird es auch in Zukunft geben», sagt Frauenknecht. Um die Kapazitäten der Tagesstrukturen zu erhöhen, plant die Stadt gemäss Aufgaben- und Finanzplan mittelfristig räumliche Ausbauten, etwa im Obernau und in der Kuonimatt.

Engere Betreuung, als vom Kanton gefordert

Erwähnenswert ist noch eine weitere Vorgabe des Reglements: Für acht Schülerinnen und Schüler ist eine Betreuungsperson nötig, wobei Praktikantinnen und Praktikanten, Lernende und Zivildienstleistende nicht mitgezählt werden. Mit diesem Betreuungsschlüssel geht Kriens weiter als die kantonalen Richtlinien. Letztere sehen neun bis zwölf Kinder pro Betreuungsperson vor. Dies bei Kindern von 4 bis 8 Jahren, mit steigendem Alter sind noch weniger Betreuende vorgesehen. Grund für die in Kriens geplante Regelung sei die «deutlich bessere pädagogische Qualität» durch die engere Betreuung, so Frauenknecht.

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