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Maria-Rickenbach

«Unser Kloster ist etwas ganz Besonderes»

Die Schwestern Maria Christina Merkli und Maria Andrea Käppeli vom Kloster Maria Rickenbach legten vor 60 Jahren ihre Profess ab. Trotz unterschiedlicher Arbeitsbereiche seien sie wie Zwillinge, erzählen sie.

«Eigentlich sind wir wie Zwillinge», sagt Schwester Maria Andrea Käppeli mit dem für sie typischen, verschmitzten Lächeln, während der Blick in Richtung ihrer Mitschwester Maria Christina Merkli wandert. Am Montag vor 60 Jahren haben die damals jungen Nonnen im Benediktinerinnenkloster Maria Rickenbach ihre Profess abgelegt. Auch wenn sie innerhalb des Klosters unterschiedliche Aufgaben wahrnehmen mussten, «so haben wir doch alle wichtigen Feste, Ereignisse und Professjubelfeiern immer gemeinsam erlebt», erzählt Schwester Maria Christina Merkli.

Ihre erste Station nach der Profess im Jahr 1962 war das damals von den Schwestern geführte Internat. Mit den 1974 gestarteten Um- und Neubauarbeiten im Bergkloster verschob sich ihr Tätigkeitsfeld ins Büro der Priorin. Auch wenn sie heute mit ihren 88 Jahren aufgrund von Gehbeschwerden etwas länger für den Weg vom Wohnbereich zum Klosterladen benötigt, ist dieser Ort zu ihrem zweiten Zuhause geworden.

«Seit 26 Jahren kann ich auf eine gute und vor allem auch treue Kundschaft zählen.»

Der von den Schwestern auf Maria Rickenbach selber hergestellte Tee, aber auch Kerzen stehen laut Schwester Maria Christina Merkli in der Beliebtheitsskala bei den Besuchenden weit oben. «Den täglichen Kontakt und die vielen guten und zum Teil auch sehr persönlichen Gespräche möchte ich nicht missen.»

Schwester Maria Andrea Käppeli erschuf meisterhafte Gewänder

Wie ihr «Zwilling» ist Schwester Maria Andrea Käppeli ebenfalls eine kommunikative Frau. Ab 1993 war sie während 18 Jahren Priorin und somit die oberste Schwester und auch erste Ansprechpartnerin der Klostergemeinschaft. Sie wirkte in der eigenen Apotheke in der Heilmittelproduktion und war in der Stickerei und der Weberei tätig.

«Ich habe die Herstellung von Paramenten geliebt»,

sagt sie rückblickend mit der ihr eigenen Bescheidenheit und untertreibt damit doch ein wenig. Fachleute stufen die von der heute 86-jährigen Nonne hergestellten liturgischen Gewänder als Meisterwerke ein.

1977 gab es fliessendes Wasser in den Zimmern

In lebhafter Erinnerung ist der ehemaligen Novizenmeisterin der 1977 erfolgte Umzug von den alten, engen in die neuen Klosterräumlichkeiten. «Die neuen Zimmer waren grösser und vor allem hatten sie fliessendes Wasser.» Halten die beiden Jubilarinnen heute auf ihre diamantene Professzeit Rückschau, kommen sie nicht um die Feststellung herum, «dass der Ort und unser Kloster etwas ganz Besonderes sind». Für Schwester Maria Andrea Käppeli ist es die ewige Anbetung, für ihren «Zwilling» der Gnadenort selber.

Dass die beiden Nonnen am Tag ihrer Jubelprofess einem Diamanten gleich über das ganze Gesicht strahlten, erklärte der dem Festgottesdienst vorstehende Abt Christian Meyer in seiner Predigt damit, «dass Diamanten erst durch jahrzehntelange Bearbeitung und Schleifen von Kanten und Ecken jene Strahlkraft erlangen, die sie am Ende so wertvoll machen, wie ihr es seid».

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