notifications
Psychische Gesundheit

Kanton Uri lanciert Suizidpräventionsprogramm für Jugendliche

Ein neues Programm soll Jugendliche nach einem Suizidversuch vor einem Rückfall bewahren.

Der Regierungsrat hat der Triaplus AG den Auftrag erteilt, ein Suizidpräventionsprogramm für Jugendliche im Kanton Uri umzusetzen. Das Programm mit Namen Adoassip sei eine Kurzintervention nach Suizidversuchen von Jugendlichen, heisst es in einer Mitteilung der Urner Gesundheitsdirektion. Dabei nehmen Jugendliche nach Suizidversuchen und deren Familien in Ergänzung zur bestehenden Therapie an einem Kurzprogramm zur Rückfallprävention teil.

Suizid ist verantwortlich für 25 Prozent aller Todesfälle bei Jugendlichen, schreibt die Gesundheitsdirektion weiter. «Die meisten Suizidversuche geschehen in einem psychischen Ausnahmezustand, in dem Betroffene nur noch das Ziel haben, diesen Zustand zu beenden und damit auch den Tod in Kauf nehmen.» Trotzdem seien junge Menschen nach einer suizidalen Krise in der Regel froh, dass sie überlebt haben und ihr Leben weitergeht.

Bereits in 13 anderen Kantonen umgesetzt

Nach einem Suizidversuch dürfe jedoch nicht einfach zur Tagesordnung übergegangen werden. «Jugendliche, die einen Suizidversuch gemacht haben, haben ein deutlich erhöhtes Risiko für einen erneuten Suizidversuch.» Genau dort setze das Präventionsprogramm an. Es handle sich dabei um ein altersspezifisches Präventionsprogramm, das von der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz entwickelt wurde. Es hat zum Ziel, das Wiederholungsrisiko von Suizidversuchen sowie das Suizidrisiko bei Jugendlichen nach stationärer oder akutpsychiatrischer Betreuung zu reduzieren.

Weiter fördere das Programm die Vernetzung ambulanter und stationärer Akteure und sichere so einen proaktiven Umgang mit den entsprechenden Verhaltensweisen, insbesondere nach Kriseninterventionen, zum Beispiel auf Notfallstationen. Das Programm leiste dadurch einen «wichtigen Beitrag zur Suizidprävention» und werde bereits in 13 anderen Kantonen umgesetzt.

Angebot startet 2023

Im Kanton Uri stellt die Triaplus AG im Auftrag des Psychiatriekonkordats Uri, Schwyz und Zug die psychiatrische Grundversorgung für Erwachsene, Kinder und Jugendliche sicher. Neu wird die Triaplus AG auch das Präventionsprogramm im Kanton Uri und im Kanton Schwyz umsetzen. Der Urner Regierungsrat genehmigte die entsprechenden Leistungsvereinbarung. Das Angebot starte somit am 1. Januar 2023.

Der Urner Gesundheitsdirektor Christian Arnold wird dazu wie folgt zitiert: «Dieses Präventionsprogramm hilft den betroffenen Jugendlichen und ihren Familien. Die Einbettung in das Angebot von Triaplus ist darüber hinaus die optimale Lösung für den Kanton Uri. Denn nur zusammen mit den anderen Konkordatskantonen kann dieses Projekt überhaupt umgesetzt werden.» (lur)

Kommentare (0)