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Stans

Jubiläumsfest: Zum 20. Mal begehen die Säumer die Sbrinz-Route nach Italien

Was im Jahr 2003 als einmalige Sache gedacht war, hat dieses Jahr Jubiläum feiern dürfen – mit zahlreichen Säumerinnen und Säumern auf dem Stanser Klosterareal.

Beim Einzug der Säumerinnen und Säumer mit ihren Tragtieren in Stans war ihnen die Vorfreude sichtlich anzusehen: nicht nur jene auf das dreitägige Säuerfest mit einem attraktiven Rahmenprogramm, sondern auch die auf die bevorstehende 20. feierlichen Begehung der Sbrinz-Route mit dem Ziel Domodossola, Italien. Auf dem Areal des ehemaligen Kapuzinerklosters, heute als «Culinarium Alpinum» bekannt, genoss die Säumerfamilie Gastrecht und wurde sehr herzlich und mit offenen Armen empfangen.

Die Säumerinnen und Säumer treffen in Stans ein.
Bild: Bild: Franz von Holzen (18. August 2023)

Hier hat auch die Stiftung Kulinarisches Erbe der Alpen (Keda) ihren Sitz und so war die Zusammenarbeit mit den Säumern schon fast vorbestimmt. Die Stiftung setzt sich zum Ziel, regionale, traditionelle und naturbelassene Produkte zu erhalten und zu fördern sowie auch einer breiteren Bevölkerung zugänglich zu machen. Die Unterstützung der Kandidatur der Schweiz für die Anerkennung des «kulinarischen Erbes des Alpen» als immaterielles Weltkulturerbe durch die Unesco ist ein weiteres, grosses Anliegen der Stiftung.

Die Säumerinnen kamen in traditionellen Gewändern daher.
Bild: Bild: Franz von Holzen (Stans, 18. August 2023)

Im Alpsbrinzkeller des Culinarium Alpinum, welcher vom Team der Molki Stans betreut wird, lagern 45 Laibe Sbrinz von allen acht Alpsbrinzkäsereien aus der Region. Dass diese hier sehr gut aufgehoben sind und optimal gelagert werden, bestätigt Tis Prager, Präsident des Keda-Stiftungsrats: «Die Sbrinzlaibe lagern hier rund fünf Jahre bis zum Verkauf, der älteste ist aber schon 20-jährig».

Vom Militär zum Förderverein

Was im Jahr 2003 als einmalige Sache gedacht war, wurde nun also schon zum 20. Mal durchgeführt. Die Initianten Daniel Flühler und Josef K. Scheuber waren beim ersten Säumerfest im August 2003 in Giswil die treibenden Kräfte bei der Durchführung des Anlasses. Die Resonanz und die Begeisterung für das Fest und den ersten Saumzug nach Ponte im italienischen Val Formazza waren derart gross, dass der Förderverein «Sbrinz-Route» gegründet wurde.

Mit dem Ziel, die Durchführung von Saumzügen und Saumfesten auf privater Basis zu organisieren, schlossen sich sehr schnell Freunde aus dem In- und Ausland dem Verein an. Präsidiert wird dieser heute von Werner Grossniklaus, welcher auch dem OK des Jubiläumssäumerfestes in Stans vorsteht.

Auch traditionelles Handwerk gab es zu bestaunen.
Bild: Bild: Franz von Holzen (Stans, 18. August 2023)

Als das OK des Säumerfestes bemerkte, dass sein Anlass auf das gleiche Veranstaltungsdatum wie jenes der Schmiedgass-Chilbi fällt, sassen alle Beteiligten zusammen. Statt über eventuelle Bedenken bei dieser Konstellation zu diskutieren begann eine konstruktive Zusammenarbeit. Diese bekräftigte eine Delegation der Schmiedgässler am Eröffnungstag mit einem überraschenden Einmarsch mit Trommeln und Tambouren und dem Entrollen von zwei speziell entworfenen Flaggen.

Die beiden Flaggen zum Jubiläum.
Bild: Bild: Franz von Holzen (Stans, 18. August 2023)

Zum 37. Mal auf die Sbrinz-Route

Für die Organisation des diesjährigen Saumzuges ist Daniel Flühler verantwortlich, indem er Unterkünfte, Verpflegung und auch Heu für die Saumtiere und Vieles mehr organisierte. «Obwohl es ein grosser Aufwand ist, entschädigen mich die vielen unvergesslichen Erlebnisse auf der Sbrinz-Route jedes Mal aufs Neue für die grosse Arbeit». Zum 37. Mal nahm Flühler die Route nach Domodossola über 150 Kilometer, 6000 Höhenmeter und drei Pässe unter die Füsse, um am Zielort mit der ganzen Säumerfamilie frenetisch empfangen zu werden.

Bild: Bild: Franz von Holzen (Stans, 18. August 2023)

Weitere Infos unter www.sbrinz-route.ch .

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