notifications
Uri

J+S fördert nun seit 50 Jahren Sportgeist von Kindern und Jugendlichen

Kanufahren, Handball oder Eiskunstlauf – beim Kursprogramm vom J+S findet eigentlich jedes Mädchen oder jeder Bub eine Sportart, die zum Mitmachen begeistern kann.

1972 wurde Jugend + Sport (J+S), das grösste Sportförderprogramm des Bundes, als Nachfolgeorganisation des Militärischen Vorunterrichts mit rund 15 Sportangeboten ins Leben gerufen, um Heranwachsende ab dem 14. Lebensjahr sportlich zu fördern. Mit den Jahren wurden nicht nur neue Sportarten ins Kursprogramm aufgenommen, sondern auch mit Angeboten für jüngere Kinder ab fünf Jahren erweitert. Mittlerweile können Jugendliche im Rahmen des J+S schweizweit über 90 Sportarten trainieren. Dabei werden nicht nur Klassiker, wie Fussball und Schwimmen exerziert, sondern auch Traditionelles, wie Schwingen oder Bogenschiessen, oder auch ganz Modernes, wie BMX, Parkour und Sportklettern, ausgeübt.

Das vergangene Wochenende zeigte sich regnerisch-herbstlich, nichtsdestotrotz wurde in der gesamten Schweiz das 50-Jahre-Jubiläum von J+S vielfältig gefeiert. Zur Feier des besonderen Jubiläums ging zum Beispiel «Uri auf Weltreise» - ein gemeinsames Projekt der Urner Schulen. Das Ziel war es, dass die Schulklassen im Rahmen des Schulsports so viele Kilometer wie möglich zu Fuss oder mit dem Velo zurücklegen und in Summe gemeinsam die Welt umrunden. Am vergangenen Freitag hat es wegen dem nass-kalten nicht ganz für die über 40.000 Kilometer gereicht, doch immerhin wurden bis Samstagabend fast 50 Prozent der Strecke absolviert. Die Aktion läuft nun bis zu den Herbstferien und die Organisatoren vom J+S sind überzeugt bis dahin die Welt als Team «umrundet» zu haben. Weitere Infos dazu gibt es unter uriaufweltreise.ch.

Durch J+S zum Handball gefunden

In ganz Uri umfasst das Sportangebot mittlerweile 35 Sportarten. Dabei konnten Interessierte im Rahmen des Jubiläums bei einigen davon «reinschnuppern». In Altdorf haben sich unter anderem die Urner Turn- und Volleyballvereine in der Dreifachturnhalle Feldi oder die Fussballvereine sowie der SAC JO Gotthard auf dem Sportplatz präsentiert. Auch in Seedorf konnte man an fünf Standorten einen Blick auf acht verschiedene Sportarten werfen. Auf der Freizeitanlage Selderboden konnten junge Sportbegeisterte die Jubla oder die Pfadi entdecken, während in der neuen Sporthalle Amsteg Floorball angesagt war.

In ganz Uri sind laut Peter Sommer, Leiter der Abteilung Sport in der Bildungs- und Kulturdirektion Uri, über 3'500 Kinder und Jugendliche im J+S registriert und werden von rund 1'000 ehrenamtlichen J+S-Leitern betreut. Viele der Leitenden waren selbst als Kinder schon Teil der J+S und möchten «die selbst erfahrene Freude am Sporttreiben und die ganzen positiven Erfahrungen an die jüngere Generation weitergeben», so Mauro Bissig (26), der das Sportamt Uri bei der Organisation der Jubiläumsfeierlichkeiten unterstützte. Er selbst hat bereits mit sieben Jahren im Handballverein zum J+S gefunden, mit 17 Jahren die J+S-Leiterausbildung in Angriff genommen und danach erfolgreich ein Sportstudium abgeschlossen. Für ihn ist eins klar: «Beim J+S geht es nicht nur um Sport, sondern auch um die Gemeinschaft.»

Die grösste Teilnehmendenzahl kann derzeit die Sportart Floorball, beziehungsweise Unihockey verbuchen. Der Junioren Sportchef im Verein Floorball Uri, Adrian Wipfli (37), ist selbst auch schon seit 20 Jahre dabei. «Der J+S ist sehr wichtig für die Kids. Es ist Hobby, es sind Freunde und es ist wichtig für ihre soziale Entwicklung. Viele Mitspieler werden zu besten Freunden fürs Leben.» Die im Sport entstehende Gemeinschaft ist sehr stark und hält auch über den Sport hinaus zusammen. Im Jahr 2018 ist der ehemalige Trainingsort des Vereins, die Baldini-Halle in Altdorf, auf die Grundmauern abgebrannt. Mangels ausreichender Sporthallenkapazitäten im Kanton Uri hat der Verein gemeinsam mit fünf grossen Investoren, vielen lokalen Sponsoren und der Unterstützung der Gemeinde Silenen den Bau einer neuen Dreifachhalle selbst in Angriff genommen. Das Sport- und Ärztezentrum Silenen konnte im Mai 2022 im Grund Amsteg eröffnet werden. Neben Kosten von rund 6'500'000 Franken haben die Sportbegeisterten auch selbst Hand angelegt und in vielen Hunderten Arbeitsstunden ehrenamtlich zum Bauprojekt beigetragen.

Kommentare (0)