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Gemeindeversammlung

Frischgebackene Väter erhalten in Cham zwei Wochen mehr Vaterschaftsurlaub

Die Gemeinde will für potenzielle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer attraktiver werden. Sie bietet ab dem 1. Januar 2023 Vätern mehr Zeit mit ihren Neugeborenen.

Das wird werdende Väter freuen: Die Gemeindeversammlung Cham hat am Montagabend entschieden, den Vaterschaftsurlaub von zwei auf neu vier Wochen auszudehnen. Die Versammlung im Lorzensaal wurde von 110 Stimmberechtigten besucht.

Entschieden wurde zudem, eine Mehrwertabgabe auf Um- und Aufzonungen sowie auf Bebauungspläne mit Nutzungserhöhung zu erheben. Diese wird 20 Prozent des Bodenmehrwerts betragen. Die Erträge aus der Mehrwertabgabe werden, wie der Chamer Bauchef Rolf Ineichen erläuterte, zweckgebunden verwendet. Die Erträge fliessen in einen gemeindlichen Fonds und können unter anderem für die Erstellung und den Unterhalt von Infrastrukturanlagen für die Öffentlichkeit verwendet werden.

Bei der Teilrevision der gemeindlichen Bauordnung handelt es sich um eine Anpassung an übergeordnetes Recht.

Öffentliche Mitwirkung verlangt

Roman Ambühl (ALG) stellte an der Versammlung einen Antrag, wonach allfällige Nachteile der Verdichtung wie Schattenwurf, Bodenversiegelung oder die Zunahme von Mobilität, kompensiert werden sollen. Die Nachteile sollen durch Begrünung, Förderung des ÖV und die Förderung preisgünstigen Wohnraums kompensiert werden.

Zudem solle bezüglich der Formulierung der Verordnung, mit der die Exekutive die Umsetzung regelt, eine öffentliche Vernehmlassung stattfinden. Dies wurde von der SP unterstützt. Die Gemeindeversammlung beschloss die vom Gemeinderat beantragte Änderung und lehnte damit den Antrag von ALG und SP ab.

Auf Widerstand stiess die vom Gemeinderat beantragte Anpassung des Personalreglements in Sachen Vaterschaftsurlaub. Dies, weil das Personalreglement für kantonale Verwaltungsangestellte und Lehrer zurzeit noch im Kantonsrat beraten wird.

An der ersten Lesung fiel der Antrag auf Erhöhung des Vaterschaftsurlaubs von zwei auf vier Wochen im Kantonsparlament klar durch. Ein kommunales Vorpreschen wäre laut SVP nicht zielführend. Man solle seitens Gemeinde doch auf den definitiven kantonsrätlichen Entscheid warten, begründete Marc Plüss von der SVP-Ortspartei. Der Antrag des Gemeinderates wurde mit grossem Mehr angenommen, jener der SVP somit abgelehnt.

Gutgeheissen wurde ein Urlaub von höchstens 14 Wochen für die Betreuung gesundheitlich schwer beeinträchtigter Kinder.

2 Millionen Franken für Strassensanierungen

Genehmigt wurden weiter zwei Rahmenkredite. Einerseits 2 Millionen Franken für Strassensanierungen an der Sonneggstrasse, der Langacker-, der Scheuermatt-, der Mugeren- und der St.Jakobstrasse. Andererseits bewilligte die Versammlung einen Rahmenkredit von 2,5 Millionen Franken für die weitere Umsetzung des Generellen Entwässerungsplanes (GEP) sprechen. Die bisherigen Rahmenkredite werden Ende Jahr aufgebraucht sein.

Erheblich erklärt wurde eine Motion, wonach eine dynamische Strassenbeleuchtung zur Verbesserung der Schulwegsicherheit zwischen Rumentikon bis zum Schulhaus Niederwil und der Niederwilstrasse und von Oberwil bis zum Weiler Niederwil realisiert werden soll.

Der Gemeinderat wird die entsprechenden Abklärungen vornehmen und stellt die Beantwortung der Motion frühestens auf die Gemeindeversammlung vom Juni 2023 in Aussicht.

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