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Folklorefestival

Flüeler Trachtenleute tanzen und musizieren in Italien

Die Trachtengruppe Flüelen reiste vergangene Woche für fünf Tage an das internationale Folklorefestival in Diano Marina, San Remo und Cannes.

Tanz auf der Piazza.
Bild: Bild: PD

Die beiden Schwyzerörgeli und der Bass machen den Anfang. Durch die belebte Fussgängerzone strömen unzählige Leute. Mit dem Beginn der Musik bleiben sie stehen, wollen wissen, woher die für sie fremden Klänge kommen. Die rot leuchtenden Trachtenfrauen reihen sich zwischen den Männern im Urner Hirthemd in einem Kreis ein. Der Tanz beginnt. Zwischen Palmen und italienischer Baukunst, inmitten der warmen Meeresluft und unter der Frühlingssonne zeigen die Flüeler Trachtenleute mit einem Lachen im Gesicht, was das Urner Brauchtum zu bieten hat.

Bild: Bild: PD

Die Trachtengruppe Flüelen reiste vergangene Woche für fünf Tage an das internationale Folklorefestival in Diano Marina und San Remo an der ligurischen Küste und Cannes an der Côte d’Azur. Im Gepäck verstaut werden mussten neben Trachten auch Hausmusikinstrumente, Treicheln, Alphörner und Instrumente.

Eine ganze Tagesreise dauerte die Fahrt nach San Bartolomeo al Mare, was vor allem dem grossen Verkehrsaufkommen in Italien geschuldet war. Nachdem die 44 Mitreisenden die Zimmer bezogen hatten, schlenderten einige Trachtenleute durch den Küstenort auf der Suche nach einem «Aperitivo». Einige wagten gar den Sprung ins kühle Meerwasser, wobei es für den einen oder andern das erste Mal war.

Am ersten Tag reiste die Gruppe nach Èze in eine Parfümfabrik. Dort erfuhren die Teilnehmenden alles Wichtige um das Handwerk der «Nez», der Nasen, wie Parfümeure genannt werden, und sie durften gleich selbst einige Düfte probieren. Am Nachmittag erkundeten die Teilnehmenden im Alter zwischen 16 und 70 Jahren die Stadt Nizza. Ob mit einem Velo-Taxi oder zu Fuss: Die französische Grossstadt liess die Herzen höher schlagen.

Von San Remo bis Cannes

Nach zwei Nächten in Italien folgte endlich der erste Tag mit Auftritten. Frisch in Tracht gekleidet hiess der erste Halt San Remo. In der italienischen Küstenstadt zog die Flüeler Trachtengruppe lautstark mit Treicheln durch die Fussgängerzone und schaffte es sogar, eine deutsche Trommlergruppe zu übertönen. Vor dieser Kulisse stimmte das Jodel-Trio zu einem Ständchen an, die Alphornbläser liessen ihre runden Töne durch die Gassen klingen und ein Tänzchen hatte in der Menschenmenge ebenfalls Platz.

Bild: Bild: PD

Auch andere Folkloregruppen zeigten in der Via Giacomo Matteotti ihr Brauchtum. Vor dem Teatro Ariston fand der bunte Umzug sein Ende. Dort durften die Gruppen ebenfalls noch einmal eine Darbietung zeigen. Anschliessend trafen sich alle Teilnehmenden zu einem gemeinsamen Foto vor dem Casino San Remo. Fotos waren denn auch das einzige, wofür in San Remo noch Zeit blieb. Zwischen Palmen und mit dem glitzernden Meer im Hintergrund entstanden so manch schöne und lustige Fotos.

Bild: Bild: PD

Sofort ging die Reise weiter nach Cannes. In der Stadt, die für das Filmfestival bekannt ist, zogen die Urnerinnen und Urner erneut lautstark entlang dem Boulevard de la Croisette, wo auf hellem Sandstrand so manch spannende Beobachtung gemacht wurde. Der Küstenwind zerrte, doch das hielt die Flüeler Gruppe nicht davon ab, zu tanzen, zu singen und Alphornklänge zum Besten zu geben.

Auftritt auf grosser Bühne

Nach einer kurzen Nacht und einem gemütlichen freien Vormittag schlüpften die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erneut in die Tracht. Es folgte der Höhepunkt des Folklorefestivals im italienischen Diano Marina, inklusive Empfang durch den Bürgermeister. Ein Eis, eine Pizza oder einen Apéro durften sich die Trachtenleute genehmigen, ehe es wieder ums Tanzen, Alphornblasen, Singen und Musizieren ging – zuerst in der Fussgängerzone und anschliessend auf einer grossen Bühne in einem Innenhof.

Alle Folkloregruppen zeigten während einer Viertelstunde ihr Können und am Ende wurde eine Siegergruppe erkoren. Flüelen freute sich, zwar nicht den ganz grossen, dafür einen kleinen Pokal mit nach Hause zu nehmen. Viel wichtiger war es an diesem Nachmittag aber, die anderen Gruppen kennenzulernen und gemeinsam zu tanzen.

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Mit vielen Eindrücken, neu gewonnenen Freundschaften, lustigen und unvergesslichen Erinnerungen reiste die Gruppe nach vier Nächten wieder nach Hause. Eine abenteuerliche Reise fand damit ihr gelungenes Ende und die Trachtenleute werden wohl noch lange Geschichten erzählen und Bilder von dieser schönen Reise zeigen. (pd/lur)

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