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Ukraine-Krieg

Flüchtlingswelle könnte laut Experten wieder steigen: So bereitet sich der Kanton Uri darauf vor

Künftig könnten wieder mehr Menschen aus der Ukraine in die Schweiz flüchten. Dies würde sich auch auf den Kanton Uri auswirken. Der zuständige Regierungsrat Christian Arnold schildert, wie die Situation derzeit aussieht und was man noch zu unternehmen gedenkt. 

Auch der Kanton Uri wurde während der vergangenen sieben Monate zum Zufluchtsort für Menschen, die die Ukraine aufgrund des Krieges mit Russland verlassen mussten. 236 Flüchtende sind seither in Uri aufgenommen worden, davon leben 21 bei Privatpersonen. Der Rest ist in den kantonalen Unterkünften beherbergt, wie der Kanton auf Anfrage schreibt. Verteilt sind sie auf die Hotels Aurora und Frohsinn sowie auf das ehemalige Gasthaus Schmiede.

Laut Experten des Staatssekretariates für Migration sei damit zu rechnen, dass die einstweilen etwas abgeflachte Flüchtlingswelle während der kalten Monate wieder zunehmen könnte. Dies aufgrund beschädigter Infrastrukturen und mangels Heizressourcen. Aktuell habe Uri in den kantonalen Unterkünften noch maximal 140 Plätze auf Reserve, wie Christian Arnold, Leiter der Gesundheits-, Sozial- und Umweltdirektion, bekanntgibt.

Bundespauschale sei nicht ausreichend

Das leerstehende Gebäude der ehemaligen Hotellerie Sternen in Flüelen mit maximal 50 Plätzen werde momentan für den Bezug vorbereitet. Eine weitere Unterkunft sei ausserdem in Abklärung. «Der Kanton sucht aber weiterhin nach Wohnungen oder grösseren Unterkünften», so Arnold. Auch seien rund 30 Gastfamilien in Wartestellung, die einen raschen Anstieg von Flüchtenden auffangen könnten. Als letzte Möglichkeit und Notlösung würde der Kanton Zivilschutzunterkünfte für eine temporäre Unterbringung vorbereiten, so Arnold.

Auf die Frage, ob die vorhandenen Mittel wie Personal und Geld zur Bewältigung dieser Vorbereitungen reichen, antwortet er: «Die Einstellung von geeignetem Personal ist schwierig, war bisher allerdings machbar.» Jedoch würde die Pauschale, die der Bund für Personen mit Schutzstatus S entrichtet, sicher nicht ausreichen, um alle Kosten zu decken. Ein grosser Teil dieser Kosten, wie etwa für Reserve-Wohnplätze und bereits eingestelltes Personal, werde der Kanton bezahlen müssen. «Leider war der Bund bisher nicht bereit, für die Vorhalteleistungen der Kantone aufzukommen», schreibt Arnold. Beziffern könne man diese Kosten zurzeit nicht.

Bisher hat es laut Arnold «praktisch keine Probleme» bei der Integration ukrainischer Flüchtlinge gegeben. Gründe dafür seien, dass die Gemeinden bei der Planung grösserer Unterkünfte stets involviert, und die Bevölkerung schnell informiert wurde. Auch die grosse Solidarität der Urnerinnen und Urner habe zum Gelingen beigetragen. «Die Flüchtenden aus der Ukraine sind stark rückkehrorientiert und trotzdem froh, dass sie in Sicherheit sind», so Arnold.

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