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Demenz

Engelberger Heimleiterin als Botschafterin für Weltalzheimer-Tag ausgezeichnet

Theres Meierhofer, Leiterin des Alters- und Pflegeheims Erlenhaus, erhielt am Mittwoch den mit 2000 Franken dotierten Fokuspreis für ihr Engagement für Demenzbetroffene.

Es war eine Feier, wie sie zu Theres Meierhofer passte: Neben geladenen Gästen von Kanton, Gemeinde und Alzheimer Ob- und Nidwalden sassen die Mitglieder des «Chörli» vom Alters- und Pflegeheims Erlenhaus mit an den Tischen. Sie sangen, feierten und freuten sich mit ihrer Heimleiterin am Weltalzheimer-Tag, dem 21. September, über deren Auszeichnung.

Seit 2008 verleiht Alzheimer Ob- und Nidwalden den mit 2000 Franken dotierten Fokuspreis. Sie würdigt Vereine, Personen und Organisationen, die sich für das Anliegen von Demenzbetroffenen engagieren. In beiden Kantonen leben über 1300 Menschen mit dieser Krankheit.

«Anwältin unserer Seniorinnen und Senioren»

Sie liegen Theres Meierhofer besonders am Herzen. Unermüdlich setzt sie sich seit 20 Jahren für ihre Belange als Pflegeheimleiterin, Gesundheitsverantwortliche in der Gemeinde sowie Verantwortliche des Pilotprojekts «Demenzfreundliche Gemeinde Engelberg» ein.

Viele herzliche und persönliche Worte durfte sie neben dem Symbolpreis des Kristalls, der Urkunde und Blumen in Empfang nehmen. Regula Gerig, Geschäftsleiterin von Alzheimer Ob- und Nidwalden, sagte: «Theres ist für uns eine grosse Botschafterin.» Alex Höchli, Talammann von Engelberg, würdigte die 61-Jährige als «unermüdliche, empathische und kompetente Persönlichkeit, aber auch als engagierte Anwältin von unseren Seniorinnen und Senioren im Tal».

Der Gemeinderat hatte Meierhofer mit der Überarbeitung der Altersstrategie beauftragt. Der Talammann lobte in diesem Zusammenhang ihre Kompetenz, Erfahrung und Kreativität. Auch hob er die konkreten Umsetzungen der «Demenzfreundlichen Gemeinde» hervor. So hat sich die Ferienwoche für jüngere demenzbetroffene Menschen aus der ganzen Schweiz in Engelberg etabliert.

Gewiefte Netzwerkerin mit breitem Spektrum

In ihrer Laudatio nannte Margrit Freivogel, die erste Geschäftsleiterin von Alzheimer Ob- und Nidwalden, Beispiele aus dem Leben:

«Ein Mann versucht in ein Haus zu kommen, das offenkundig nicht sein eigenes ist. Eine betagte Kundin steht am Nachmittag bereits zum dritten Mal am Bankschalter.»

Sie beschrieb Meierhofer als «gewiefte Netzwerkerin», die es brillant verstehe, auch einflussreiche Leute mit in Boot zu holen. Sie schilderte das breite Spektrum ihrer Ausbildung und Tätigkeitsfelder als Juristin, Rechtsanwältin, Familienmediatorin, Vorstandsmitglied von Palliative Zentralschweiz, Mitwirkender in kantonalen Fach- und Arbeitsgruppen, Dozentin, Mutter dreier erwachsener Kinder und Grossmutter.

«Was du tust, die Fäden zusammenhalten, Brücken bauen, um Entscheidungen ringen im Spannungsfeld zwischen Schutz, Selbstbestimmung und Gerechtigkeit auch im Heimalltag, braucht viel Energie, Beharrlichkeit und Mut», rief sie ihr zu und würdigte, wie zuversichtlich und kraftvoll sie dies alles bewältige.

Sie freue sich von ganzem Herzen über den Fokuspreis, bedankte sich Meierhofer. Sie habe sich aber auch gefragt, ob sie ihn verdient habe. «Ja, aber nicht allein», lautete ihr Fazit. Sie teile den Preis mit ihrem Mann Thomi, den sie schon manches Mal habe mit dem Essen sitzen lassen, um eine vermisste Bewohnerin zu suchen. Sie teile ihn unter anderem mit ihrer Einwohnergemeinde, die ihre Vorschläge und Anträge immer aufgenommen habe und mit einer sensibilisierten Dorfgemeinschaft. Sie widmete den Fokuspreis allen Bewohnerinnen und Bewohnern. «Sie waren mit ihren demenziellen Herausforderungen und Ressourcen meine Lehrmeister und Lebensbegleiter.»

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