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Furka-Bergstrecke

Eine Dampflok geht in die Verjüngungskur

Die Lok HG 3/4 Nummer 1 ist in die Jahre gekommen. Deshalb wird sie einer Revision unterzogen. Davor krachte es aber noch ordentlich.

30 Jahre hat sie bereits auf dem Buckel, die Dampflok HG 3/4 Nummer 1. Deshalb wird sie in den kommenden Jahren einer Totalrevision unterzogen, wie aus einer Medienmitteilung der Dampfbahn Furka-Bergstrecke und der Dampflokfreunde hervorgeht. Vor der Pause habe es einen vorerst letzten Auftritt gegeben, und zwar mit einer Extrafahrt von Realp zur Station Furka und zurück.

Es sei keine gewöhnliche Fahrt gewesen. Denn: Für die Fotografinnen und Fotografen unter den geladenen Gästen absolvierte der Zug sowohl beim Steinstafelviadukt als auch beim Furka-Scheiteltunnel Scheinanfahrten. Es sei mutmasslich die letzte Gelegenheit gewesen, die «Lok 1» in ihrem blauen Kleid zu fotografieren und filmen. Nach der Totalrevision werde sie wie ihre Schwesterloks wahrscheinlich in Schwarz unterwegs sein.

Die Kosten sind bereits gedeckt

Für die Hauptrevision rechnen die Verantwortlichen um Projektleiter Markus Staubli mit einer Dauer von vier bis fünf Jahren. Die budgetierten Kosten betragen rund 700'000 Franken – der Betrag sei durch eine Spendenaktion der Dampflokfreunde zu 100 Prozent abgedeckt.

Die HG 3/4 Nummer 1 war in den letzten fast 30 Jahren in den Diensten der DFB in aus den ersten Betriebsjahren bekanntem Gelände unterwegs. Sie war eine der zehn HG 3/4, welche die Brig-Furka-Disentis (BFD) in den Jahren 1913 und 1914 zur Betriebsaufnahme ihrer Strecke bei der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik Winterthur (SLM) beschafft hatte.

Die Maschinen leisteten bis 1942 ihren Dienst, bevor sie 1947 nach Indochina (heutiges Vietnam) verkauft wurden. Die Dampfbahn Furka-Bergstrecke suchte Ende der 1980er-Jahre weltweit nach passenden Lokomotiven für den geplanten historischen Bahnbetrieb zwischen Realp und Oberwald. 1985 stiess der Schweizer Geologe Dieter Meyer-Rosa im vietnamesischen Hochland auf die ehemaligen Furka-Loks. In der beispiellosen Aktion «Back To Switzerland» wurden mehrere Lokomotiven 1990 durch Pioniere der DFB in die Schweiz zurückgeholt. (zgc)

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