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Sachseln

Ein 550 Jahre altes Wohnhaus restauriert

Am Dorfrand von Sachseln entstand eine neue Überbauung. Dafür mussten zwei alte Häuser abgebrochen werden.

An der Strassenecke Brünig-Allmendstrasse, am Dorfrand von Sachseln, ist im Zusammenspiel von drei neuen Häusern in Holz und einem sanften Umbau eines denkmalgeschützten Hauses eine ansprechende, dörfliche Bebauungsstruktur entstanden. Die drei Neubauten sind vollendet und bereits bezogen. Bis Ende Oktober wird auch der Umbau abgeschlossen sein.

Im Gespräch mit unserer Zeitung skizziert Architekt Sören Linhart aus Sarnen die Zielsetzung des von der Bauherrschaft lancierten Studienauftrags. «Damit soll die Hauptfrage geklärt werden, wie kann an diesem ortsbaulich sensiblen Ort unter Einbezug der gegebenen Rahmenbedingungen gebaut werden? Zudem sollen Lösungen für ein zeitgemässes, attraktives, gleichzeitig aber auch wirtschaftlich tragbares Wohnen aufgezeigt werden.»

Juryentscheid: Projekt überzeugt

Aus drei eingereichten Projektvorschlägen sprach sich die Jury mit den beratenden Fachexperten für dasjenige des Sarner Architekturunternehmens Seiler Linhart aus. Der Projektvorschlag geht mit grosser Sorgfalt auf die vielschichtigen Ansprüche des Ortes ein. Die feinen hierarchischen Abstufungen und die Materialwahl erzeugen zusammen mit einer differenziert gestalteten Umgebung ein stimmiges Ganzes, das im Spannungsfeld zwischen dem grossen Fabrikbau, der ehemaligen Möbelfabrik Reinhard, dem filigranen Spalihaus und den Bauten an der Allmendstrasse eine starke, ortsbezogene Identität ausstrahlt.

«Lobenswert sind die konsequent durchgezogene Wahl von Holz als Konstruktionsmaterial und die schlüssig darauf abgestimmte Tragstruktur, die eine flexible Grundrisseinteilung zulässt. Daraus resultiert eine hohe Nachhaltigkeit», stellt die Jury fest und kommt zum Schluss: «Der Beitrag überzeugt durch sein feines Gespür für einen besonderen Ort und die facettenreiche Gestaltung der Volumen und der Aussenräume.»

Um es vorwegzunehmen, auch die Bauherrschaft ist erfreut über die Umsetzung des Projektvorschlags und führt unter anderem aus: «Das Resultat des Studienauftrags bereitet uns viel Freude. Für uns war es wichtig, dieses Grundstück so zu bebauen, dass nicht die Rendite im Vordergrund steht, sondern, dass die Häuser uns persönlich gefallen, nachhaltig gebaut sind und sich gut ins Dorfbild einpassen.»

Das Sachsler Unterdorf war noch bis weit ins 20. Jahrhundert durchgehend und stark von kleinmassstäblichen Bauten geprägt. Die bergseitig der Brünigstrasse gelegenen Häuser wurden im Verlaufe der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts teilweise durch grossvolumige Gewerbegebäude ersetzt. Diese liegen aber von der Durchgangsstrasse zurückversetzt, während sich seeseitig die ursprüngliche, aus dem 19. Jahrhundert und früher stammende Bebauung mehrheitlich erhalten hat.

Eine kleine Sensation

Die Grundstückfläche, die von den Architekten Seiler Linhart überbaut wurde, misst 1712 Quadratmeter und liegt in der Dorfkernzone. Zwei ältere Wohnhäuser (eine baufällige Holzbaracke und ein altes unbewohntes Wohnhaus) wurden abgebrochen und haben damit den Platz für die Bebauung frei gemacht.

Nicht abgebrochen wurde hingegen das denkmalgeschützte Wohnhaus aus den Jahren 1462/63, das erst im Zuge des Planungsprozesses auf Anraten der Architekten und Zustimmung der Bauherrschaft unter Schutz gestellt wurde. Dass das Haus somit über 550 Jahre alt ist und bereits zu Lebzeiten des hl. Bruder Klaus wahrscheinlich an dieser prominenten Stelle im Ortsbild von Sachseln errichtet worden ist, kommt einer kleinen Sensation gleich.

Die drei Geschosse im sogenannten Spalihaus werden im Einvernehmen mit der kantonalen Denkmalpflege fachgerecht restauriert. Bis Ende Oktober werden die diesbezüglichen Restaurierungsarbeiten abgeschlossen sein.

Die acht Wohnungen in den benachbarten Häusern Rot und Grün sind vermietet und bereits bewohnt. Die einzelnen Wohnungen sind unterschiedlich gross. Im Laubenhaus ist auf einer Fläche von 98 Quadratmetern das von Monika Burri-Lussi und ihrem Team eingerichtete Studio für Bewegung und Begegnung eingerichtet.

Die Neubauten sind alle in Holz erstellt. Der Vorplatz und die Eingänge sind mit Gubersteinen gepflästert. Allgemein wurde grossen Wert auf die Verwendung von einheimischen Materialien gelegt.

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