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Glosse

Dieser Sommer ist «der füdliblutte Wahnsinn»

In der Badi, auf Plakaten und Newsportalen – es gibt derzeit kein Entrinnen vor dem Hinterteil.

Hitze, Trockenheit, Unwetter – so kennt man den Sommer in Zeiten der Klimaerwärmung. Der aktuelle hat aber noch etwas mehr zu bieten, und zwar ganz viele Hinterteile. Der Sommer 2023 steht ganz im Zeichen des Füdlis.

Das fängt bei der Mode an, die derzeit besonders füdlibetont ist. Auffällig ist es vor allem in der Badi: Die aktuellen Bikiniunterteile lassen hinten nur noch wenig Raum für Fantasie, dafür viel für nackte Haut. Mir persönlich gefällt’s weniger, aber das verhält sich bei praktisch jeder Modeerscheinung so. Und – wie heisst es so schön – man muss ja nicht hinschauen.

Wobei das mit dem Nichthinschauen schon etwas einfacher gesagt als getan ist. Denn Füdlis sind allmählich allgegenwärtig. Da wäre etwa die neue Plakatkampagne an der Luzerner Ufschötti und am Alpenquai, die mit der Aufforderung «Bes keis Arsch» und mit Füdliköpfen gezeichneten Menschen zu anständigem Benehmen aufruft.

Die neue Plakatkampagne an der Ufschötti und am Alpenquai steht im Zeichen des Füdlis.
Bild: Bild: std
Das EWL-Inserat.
Bild: Bild: Screenshot «Blick.ch»

Also Flucht ins Internet – was natürlich, wie so oft, keine Linderung mit sich bringt. Beim Lesen eines Artikels auf «Blick.ch» – es geht um extreme Hitze in Wohnungen – wird mir schon wieder ein Hinterteil entgegengestreckt. Hingucker ist diesmal ein Inserat des Stadtluzerner Energieversorgers EWL, der für ein Angebot wirbt, das «der füdliblutte Wahnsinn» sei.

Das bei Roger Federers Australian-Open-Sieg 2017 vom damaligen SRF-Kommentator Stefan Bürer geäusserte Bonmot hat es also in die Gegenwart geschafft. Und ist zur passenden Umschreibung des aktuellen Hitze-, Trockenheits-, Unwetter- und Füdli-Sommers geworden.

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