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Luzern

Die Entlebucher Brattig bringt’s auf den Punkt – auch dank Peraveena Peter Jeyaranjan

Originell, informativ und auch mal exotisch: Die «Entlebucher Brattig» schafft vielfältige Bezugspunkte zur Region und darüber hinaus. Das zeigt auch das Beispiel einer Escholzmatterin mit tamilischen Wurzeln.
Die Escholzmatterin Peraveena Peter Jeyaranjan erklärt die Tradition des roten Punktes auf der Stirn. (Bild: PD)

Urs-Ueli Schorno

Punkt. So lautet das Thema der diesjährigen Entlebucher Brattig. Pünktlich im November erschien das rund 190 Seiten starke Werk, das sich neben wichtigen kalendarischen Daten auch regionalen Stoffen annimmt. Dazu gehören überraschende Bezüge: Etwa der Beitrag von Peraveena Peter aus Escholzmatt. Die Entlebucherin mit tamilischen Wurzeln und Jahrgang 1997 hat bis Ende des vergangenen Jahres in der Gemeindeverwaltung von Escholzmatt-Marbach gearbeitet. Heute ist sie Assistentin von Baudirektor Robert Küng (FDP).

«Was bedeutet der Punkt auf deiner Stirn?» Diese Frage sei ihr sehr oft in der Schulzeit oder im Berufsleben gestellt worden. Ein Bindi, das ist zunächst ein roter, auf der Stirn aufgemalter Punkt. «Nach alter Tradition tragen ihn alle verheirateten Hindu-Frauen zwischen den Augenbrauen. Er soll sie und ihren Mann schützen und beiden Glück bringen», führt Peter aus. «Es wird an der Stelle des sogenannten dritten Auges angebracht, das für die Erkenntnis des Göttlichen steht.» Heute sei dies allerdings nicht mehr überall so: «Viele Frauen tragen Bindis auch als Schmuck, ob sie verheiratet sind oder nicht.» Auch Männer und Kinder würden Punkte und andere Zeichen in verschiedenen Farben zwischen den Augenbrauen tragen.

Wo der Schmutzli zu Hause ist

Neben solch kulturellen Punkten, die auch im Entlebuch geklärt sein wollen werden viele andere originelle, informative oder gar poetische Inhalte geboten: Da geht es etwa um den tiefsten Punkt im Entlebuch, «0099 Bramboden», ein Ort, wo auch der Schmutzli seine Bleibe haben soll. Oder um die gepunkteten Geschenkpapiere, Kartonagen und Tragetaschen der Firma Stewo in Wolhusen. In Gedichten wird über Höhe-, Wende- und Treffpunkte sinniert – oder einfach «auf den Punkt gebracht».

Auch die Werbung fährt auf den Punkt ab

Benno Baumeler, Präsident des Entlebucher Kunstvereins, welcher Herausgeber der Brattig ist, haben es einige Themen besonders angetan: «Mich faszinieren die Beiträge über die Blindenschrift und das Morsen, die mich an die Jungwacht- und Pfadizeiten erinnert.» Persönlich sei auch ihm der «Punkt» in der Webung aufgefallen. «Wo früher mit kursiven Schriften gearbeitet wurde, wird heute alles auf den Punkt gebracht.» Ob «Avec.» oder «CKW.» – selbst Firmennamen müssten heute wie ein abgeschlossener Satz daherkommen. Es habe sehr viele positive Rückmeldungen zur aktuellen Brattig gegeben, freut sich Baumeler. «Wir achten jeweils darauf, vielfältige Themen aus Kultur, Natur und Wissenschaft aufzugreifen. Offenbar ist uns das gut gelungen.»

Die Themenauswahl treffe man jeweils im Rahmen eines ausführlichen Brainstormings, so Baumeler. So standen etwa auch ‹Im Fluss› oder ‹Spielen› als Thema zur Auswahl. «Auf der Suche nach Beiträgen aus der Gegend spüren wir jeweils bald, ob wir Autoren und Themen finden.» Baumeler gibt auch schon einen Ausblick auf das kommende Jahr: «Überbrücken», oder eben auch «über Brücken» wird in der Brattig 2020 Programm sein.

Hinweis: Die Entlebucher Brattig 2019 zum Thema «Punkt.» kann online via Webseite des Entlebucher Kunstvereins bezogen werden. Die Entlebucher Brattig kostet 18 Franken.

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