notifications
Kommentar zur Airbnb-Initiative

Der Gegenvorschlag des Luzerner Stadtrates ist ein sinnvoller Kompromiss

Die abgeschwächte Airbnb-Regulierung ist alles andere als zahnlos – und trägt dem gewünschten Richtungswechsel im städtischen Tourismus Rechnung.

Das Luzerner Stadtparlament hat die Airbnb-Initiative am Donnerstag abgelehnt. Dass sich die Bürgerlichen gegen die starke Regulierung von Wohnungsvermietungsplattformen aussprachen, ist nicht verwunderlich. Doch auch GLP und Grüne entsagten der Initiative die Unterstützung, was die SP allein zurückliess. GLP und Grüne hatten in einer Motion bereits eine Abschwächung der Regulierung vorgeschlagen – der Stadtrat war dieser Idee im Gegenvorschlag weitgehend gefolgt.

Das Stadtparlament will Airbnb regulieren – aber nicht so stark wie von den Initianten gewünscht.
Bild: Symbolbild: Pius Amrein (Luzern, 4. Februar 2022)

Der grüne Grossstadtrat Martin Abele legte in der Debatte den Finger auf den wunden Punkt: Airbnb zieht genau jenes Segment an, das gemäss der neuen städtischen Tourismusstrategie vermehrt gewünscht wird: Familien, Paare und Einzelpersonen, die länger als nur einen Tag in der Stadt bleiben – als Kontrast zum Massentourismus. Nicht alle können sich Ferien im Hotel leisten. Diese Lücke füllen Airbnb & Co.

Begründet ist die Sorge der SP durchaus: Ein ungebremstes Wachstum in diesem Bereich droht tatsächlich, den Mieterinnen und Mietern zu schaden. Aber der Gegenvorschlag ist nicht so zahnlos, wie die SP behauptet. In der Altstadt sind zurzeit 3,1 Prozent der Wohnungen kurzzeitvermietet, in der Neustadt sind es 1,9 Prozent. In beiden Quartieren sorgt der Gegenvorschlag dafür, dass der Prozentsatz langfristig auf 1,5 Prozent schrumpfen muss. Keine Vollbremse, aber klare Leitlinien: der Vorschlag ist ein sinnvoller Kompromiss.

Kommentare (0)