Luzern

Das ist die neue Pilatus-Luftseilbahn

Die Pilatus-Bahn investiert 18 Millionen Franken in eine neue Luftseilbahn von der Fräkmüntegg auf den Pilatus Kulm. Die neue Kabine bietet den Passagieren mehr Aussicht.
So wird die neue Luftseilbahn der Pilatus-Bahnen aussehen.
Bild: Visualisierung / pd
Die neue Luftseilbahn der Pilatus-Bahnen soll in einem Jahr in Betrieb genommen werden.
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Ein Blick in die Kabine der neuen Luftseilbahn.
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Hochspannung herrschte an der Generalversammlung der Pilatus-Bahnen, als Verwaltungsratspräsident Oscar J. Schwenk und CEO André Zimmermann das Geheimnis des Unternehmens lüfteten: das Look & Feel für die Kabinen der neuen Luftseilbahn Fräkmüntegg – Pilatus Kulm, die ab April 2015 die bestehende Bahn ersetzen werden. Die neue Luftseilbahn wird mit zwei neuartigen Kabinen ausgestattet sein. Entwickelt wurden die Kabinen von der CWA Constructions Olten, einem Unternehmen der Doppelmayr/Garaventa Gruppe.

Mehr Platz als heute

55 Passagiere finden in der modernen Kabine Platz. «Zwölf Panorama-Sitzplätze im vorderen und hinteren Bereich der Kabine verleihen dem Passagier das Gefühl, in einem Helikopter- Cockpit zu sitzen und über die Wiesen und Felsen zu schweben», schreiben die Pilatus-Bahnen in einer Mitteilung. Die Fahrzeit von der Fräkmüntegg auf den Pilatus Kulm verkürzt sich dadurch um bis zu eine Minute auf rund 3,5 Minuten.

Die Bahn führt seit 1956 von der Fräkmüntegg auf den Pilatus. Die heutigen Kabinen sind seit 1983 in Betrieb. Das Problem der heutigen Bahn ist, dass sie anfällig auf den Seitenwind ist und der Betrieb oft eingestellt werden muss. Die neuen Kabinen wurden deshalb aerodynamischer gestaltet. Die neue Bahn werde windresistenter sein, sagte Schwenk.

Heute können zwischen der Fräkmüntegg und Pilatus 480 Personen pro Stunde befördert werden. Auf dem unteren Abschnitt zwischen Kriens und der Fräkmüntegg, auf dem Gondeln verkehren, sind es 750 Personen. Dies führte dazu, dass sich die Passagiere auf der Fräkmüntegg oft stauen.

Keine Bahnverbindung im Winter

Die Bauarbeiten werden in den nächsten Tagen aufgenommen. Die alte Bahn ist noch bis Ende August in Betrieb. Im Winter wird der Pilatus für die Touristen nicht erreichbar sein. Der Winter sei für die Pilatus-Bahnen die Nebensaison, sagte CEO André Zimmermann.

In dieser Zeit werden die Bauarbeiter auf dem Berg wohnen. Sie werden mit Helikoptern montags auf den Berg und freitags ins Tal befördert. Die Bauarbeiten sollen am 1. April 2015 abgeschlossen sein.

Pilatus-Bahnen dokumentieren Bauarbeiten

Auf der Internetseite der Pilatus-Bahnen können die wichtigsten Meilensteine der Bauarbeiten mitverfolgt werden. Zunächst beginnen die Vorbereitungsarbeiten an den bestehenden Gebäuden und Anlagen der Tal- und der Bergstation. Zufahrtstrassen, Umschlagplätze und Abschrankungen werden eingerichtet und der Personenfluss wird neu organisiert.

Facts & Figures der neuen Luftseilbahn

Strecke: Fräkmüntegg – Pilatus Kulm
Eröffnung: 1. April 2015
Betriebszeit: ganzes Jahr (ausser während der Revisionszeit)
Höhendifferenz: 646.6 m
Länge der Bahnstrecke: 1387.6 m
Fahrgeschwindigkeit: Feld max. 9.0 m/s ; Stütze 7.0 m/s
Fahrzeit: 3 Min. 39s
Maximale Förderleistung: 589 Personen pro Std. (Gondelbahn: Kriens-Fräkmüntegg: 750)
Fassungsvermögen: 2 Kabinen für je 55 + 1 Personen
Bahnsystem: Pendelbahn
Antriebsleistung: 260 kW, Antriebsstation: Fräkmüntegg
Seile: 2 Tragseile pro Fahrbahn Ø 44 mm, 1 Zugseil Ø 30 mm
Stütze: 1 Stütze, Höhe 18.3m, Spurweite 11.8m
Herstellerfirma Mechanisch: Garaventa AG, Goldau
Elektrisch: Frey AG, Stans
Kabine: CWA Design, Olten

Besucherrekord bei den Pilatus-Bahnen

Noch nie sind so viele Besucher mit den Pilatus-Bahnen gereist wie 2013: Insgesamt besuchten im vergangenen Jahr 622'967 Personen den Berg.

Davon seien 436'725 Personen bis auf den Kulm gefahren, heisst es in der Medienmitteilung der Pilatus-Bahnen. Das Unternehmen gab anlässlich der Generalversammlung vom Mittwoch auch die Geschäftszahlen bekannt.

Der Umsatz erhöhte sich 2013 um 8 Prozent auf 27,7 Millionen Franken. Der Reingewinn stieg um 12 Prozent - den Betrag geben die Bahnen in ihrer Mitteilung nicht an. An die Aktionäre soll eine Bruttodividende von 25 Franken pro Titel ausgeschüttet werden.

pd/shä/sda/rem

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