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Altdorf

Das Altdorfer Kaffechränzli ist definitiv zurück

Abwechslungsreiche Musik und humorvolle Unterhaltung begeisterte die 240 Seniorinnen und Senioren an der 52. Auflage des Altdorfer Kaffeechränzlis. Dabei ging es aber auch ums Abschiednehmen. 

Das Datum des Kaffeechränzlis streichen die über 70-jährigen Altdorferinnen und Altdorfer in der Agenda jeweils rot an. Nach zweijährigem pandemiebedingtem Unterbruch war der Wunsch besonders gross, wieder dabei zu sein.

Das Altdorfer Kaffechränzli wurde von Selina Dätwyler-Gamma im Jahre 1968 ins Leben gerufen. Mit einem Zabigplättli und einem Stück Kuchen geniessen die Teilnehmenden einen gemütlichen Unterhaltungsnachmittag. Zum vierten Mal stellte Sepp Nell das abwechslungsreiche Unterhaltungsprogramm zusammen. Die ältesten Teilnehmenden waren der 95-jährige Hans Imholz-Imholz, die 94-jährigen Maria Bolliger-Marty und Max Disler-Schumacher und der 93-jährige Erwin Aschwanden.

Musikalisch startete das Programm mit dem zwölfjährigen Pianisten Joel Mauerhofer aus Altdorf. Das Musiktalent überzeugte mit grosser Sicherheit mit klassischen Werken von Johann Sebastian Bach, Fréderic Chopin und Robert Schumann und erntete grossen Applaus. Unter dem Motto «Miär sind z’rugg» begrüsste Sepp Nell die Ehrengäste, unter ihnen Frau Susanne Döhnert-Dätwyler, die Geschäftsführerin der Dätwyler-Stiftung, Gastredner Stefan Fryberg, Gemeinderätin Marlis Rieder und Pfarrer Daniel Krieg.

Unterschiede zwischen Urschnern und Unterländern erklärt

Als zweiter Unterhaltungsblock erklärte Stefan Fryberg Unterschiede zwischen Urschnern und Unterländern in humorvoller Art. Er präsentierte Unterschiede im Dialekt, kulinarische Unterschiede bei der Pastete oder beim Trockenfleisch, bei der Katzenmusik und streifte auch die Mentalität der Realper Bevölkerung. Mit träfen Sprüchen strapazierte er die Lachmuskeln der Anwesenden.

Nach feinem Zabigplättli überraschte ein Musikantenquintett die Seniorenfamilie. Der Fünferchor mit Sandra Lussmann, Esther Zgraggen, Pia und Beat Arnold und Sepp Nell wurde anlässlich der Coronapandemie gegründet, um in Urner Altersheimen die Stimmung aufzulockern. Die Stimmung aufzulockern gelang auch im Uristiersaal auf dem Dätwyler-Areal mit Liedern wie «Muäter lüäget da», «Wenn ich so scheen wär», «Ürner Kaffeliedli» oder «Ä Müäterspraach».

Abschied von Pfarrer Daniel Krieg

Noch vor dem Dessert richtete Pfarrer Daniel Krieg letztmals besinnliche Worte ans Kaffeechränzli unter dem Motto «Abschied nehmen». In kurzem Memento gedachte die Chränzlifamilie verstorbenen Wegbegleitern, namentlich erwähnte er die Gründerin Selina Dätwyler-Gamma, Max Dätwyler und Moderator Kurt Zurfluh-Wipfli, drei wichtige Personen des traditionellen Treffens. Ende Monat wird auch Daniel Krieg endgültig Abschied nehmen von Altdorf und seine Arbeit als Regens und Domdekan im Bistum Chur aufnehmen. Mit grossem Applaus wurde der beliebte Pfarrer von den Anwesenden verabschiedet.

Den musikalischen Höhepunkt setzte der Fünferchor in ihrem dritten Auftritt mit dem Schlager-Medley aus den 20er/30er-Jahren. Bekannte Lieder animierten überall zum kräftigen Mitsingen. Der letzte Höhepunkt des unterhaltsamen Nachmittags war die traditionelle Ehrung der ältesten Teilnehmenden ab 80 Jahren. Sie wurden namentlich erwähnt und durften nebst einem Glas Urner Bienenhonig, das alle Teilnehmenden erhielten, zusätzlich eine wunderschöne Rose mit nach Hause nehmen. Am Schluss der Veranstaltung bedankte sich Markus Arnold von der Dätwyler-Stiftung bei Sepp Nell. Er nannte ihn einen «Tausendsassa», denn er glänzte als Organisator, Moderator und Musikant. Mit dem Spruch «Jünger sehn wir uns nimmer» hoffen alle, auch nächstes Jahr wieder dabei zu sein.

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