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Naturschutz

Bei der Rossberg-Putzete sammeln sie Abfall und haben Grund zum Feiern

Jeweils am dritten Samstag im September streifen Menschen mit flinken Händen auf dem Zugerberg umher. Sie sammeln Abfall, den andere achtlos wegwarfen. Die Sektion Rossberg des Schweizerischen Alpenclubs veranstaltet diese Putzaktion seit 30 Jahren. 

Wie viele Rossberge gibt es in der Schweiz? Sicher weniger als in Deutschland. In unserem Nachbarland soll es deren 27 Gebiete mit diesem Namen geben. Eine Besonderheit des zugerischen respektive schwyzerischen Rossbergs ist, dass dieser Name keinen Gipfel bezeichnet.

Vielmehr ist der Rossberg eine Kette von Gipfeln, deren höchster der Wildspitz ist. Rossberg bedeutet gemäss Beat Dittlis Werk «Zuger Ortsnamen» «mit Pferden bestossene Bergweide». Das Wort bestossen heisst hier «bewirtschaften».

Die Personen, die sich am kommenden Samstag, 17. September, von Unterägeri zur 30. Rossberg-Putzete aufmachen, haben aber mit der Bewirtschaftung von Alpen nichts am Hut. Vielmehr wollen sie ihren Beitrag dazu leisten, dass das Rossberg-Gebiet hinterher wieder Natur-Pur ist.

Fridolin Andermatt ist der Lenker und Denker bei dieser Mission. Er ist gleichzeitig der erfahrenste Teilnehmer: «Ich wir bei mehr als der Hälfte der Putzaktionen mit dabei.»

Mit dem derzeit in Boswil (Kanton Aargau) Wohnenden über diese Veranstaltung zu reden, offenbart einem: Andermatt und die Rossberg-Putzete sind einmal im Jahr eins. Die Handgriffe, die für das Sammeln von Abfall notwendig sind, gibt er jeweils weiter.

Zwischen zehn und 20 Personen treten an

Eine vorgängig definierte Zielvorgabe setzt Fridolin Andermatt niemandem. Er hofft einfach jeweils darauf, dass sich möglichst viele Personen telefonisch oder online anmelden auf www.sac-zug.ch.

Wichtig ist dem Umweltbeauftragten des SAC (Schweizerischen Alpenclubs) Sektion Rossberg, dass die Putzequipen um 8.30 Uhr bei der Oberdorfstrasse in Unterägeri auf Tour gehen.

Wie viele es letztendlich sind, die Fridolin Andermatt auf die Touren schicken kann, ist bis zum besagten Termin unklar. Mit dieser Unsicherheit kommt der Putzete-Organisator aber sehr gut zurecht: «Es kommen jeweils zehn bis 20 Personen, die einen Beitrag für die Natur leisten wollen.»

Andermatt organisiert aber nicht nur die 30. Putzete, sondern er ist auch selber im Einsatz – mit dem Auto. Dies deshalb, weil er sonst nicht alle Waldhütten auf dem Zugerberg erreichen könnte. Der Putzete-Leiter vergisst aber nicht anzufügen: «Ich habe eine Bewilligung, mit dem Auto herumzufahren.»

Der Umweltverantwortliche des SAC Rossberg glaubt, dass bei einer Putzaktion in der Lorzenebene mehr Unrat zusammenkommen würde: «Die Masse geht nicht auf den Zugerberg.»

Sein Engagement sieht Fridolin Andermatt als «Beitrag für die Umwelt». Der Sanitärinstallateur ist auch sonst viel auf dem Zugerberg anzutreffen. Früher sei er auch sehr oft auf dem Wildspitz gewesen.

Jeder kann bei der Rossberg-Putzete mitmachen

Andermatt macht am Schluss noch Werbung in eigener Sache: «Jeder ist willkommen. Es geht ums Erlebnis in der Gruppe.» Nach getaner Arbeit stehe zudem noch ein Imbiss bereit.

In der Natur kommen gleich viele positive Faktoren zusammen: Laufen ist Sport, die Luft ist viel besser als in der Stadt, und es gibt etwas Tolles zu erleben. Zudem dient alles noch einem guten Zweck.

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