Zwei Fabrikschliessungen und unterbrochene Lieferketten: Gewinneinbruch bei Carlo Gavazzi

WIRTSCHAFT ⋅ Die Zuger Elektrotechnikgruppe muss für das vergangenen Geschäftsjahr sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn Einbussen hinnehmen. Der Verwaltungsrat schlägt deshalb einen Dividendenverzicht vor.

24. Juni 2020, 11:23

Gregory Remez

Carlo Gavazzi bekommt die Auswirkungen der Coronapandemie deutlich zu spüren. Die Elektrotechnikgruppe mit Sitz in Steinhausen ist vor allem in China und Italien präsent, den Ländern also, die in den vergangenen Monaten von besonders strengen Quarantänemassnahmen betroffen waren. Die Fabriken in Kunshan (China) und Belluno (Italien) konnten die Produktion zwar grösstenteils aufrechterhalten, wegen unterbrochener Lieferketten kam es jedoch zu Verzögerungen und tieferen Bestellungen.

Entsprechend musste Carlo Gavazzi im vergangenen Geschäftsjahr 2019/20 (per Ende März) sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn Einbussen hinnehmen. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, ging der Umsatz um 4,2 Prozent auf 148,5 Millionen Franken zurück.

Wegen anhaltender Investitionen in die IT und den Vertrieb sowie der Lancierung eines neuen ERP-Systems (Enterprise-Resource-Planning) erhöhte sich zudem der Betriebsaufwand. In der Folge ging der Betriebsgewinn (Ebit) um 29 Prozent auf 10,8 Millionen Franken zurück; unter dem Strich resultierte ein um 43 Prozent tieferer Reingewinn von 6,1 Millionen Franken.

Fast weltweit Kurzarbeit beantragt

Während der Umsatz in Landeswährung in Europa gesteigert werden konnte, ging er in Amerika und im asiatisch-pazifischen Raum zurück. Das Europageschäft, das rund einen Drittel des Gesamtumsatzes ausmacht, habe dabei vor allem von der starken Performance der Gebäudeautomationsmärkte profitiert, teilte das Unternehmen weiter mit. Demgegenüber sei in der Industrieautomation allgemein eine Verlangsamung zu spüren gewesen.

Gegen Ende des Geschäftsjahres 2019/20 habe sich die Covid-19-Krise dann immer deutlicher auf das Ergebnis ausgewirkt. Das Unternehmen musste zwei Fabrikschliessungen und fast weltweit Kurzarbeit bewältigen. Als Folge davon und der weiterhin zu erwartenden Volatilität wird der Verwaltungsrat den Aktionärinnen und Aktionären an der Generalversammlung vorgeschlagen, in diesem Jahr auf eine Dividende zu verzichten. Im Vorjahr wurden noch 12 Franken je Inhaberaktie ausgeschüttet.


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