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Luftverkehr

Swiss-Piloten drohen mit Streik

In der Auseinandersetzung um einen neuen Gesamtarbeitsvertrag haben die Swiss-Piloten ein aufgebessertes Angebot der Fluggesellschaft abgelehnt. Die Piloten halten das Angebot für ungenügend. Nun drohen sie mit Streik.
Der Fluggesellschaft Swiss droht ein Streik. Die Swiss-Piloten lehnten ein aufgebessertes GAV-Angebot ab und stimmen nun über einen Streik ab.(Archivbild)
Bild: KEYSTONE/TI-PRESS/SAMUEL GOLAY

Die Swiss habe Verbesserungen von über 60 Millionen Franken gegenüber dem abgelehnten GAV 2022 in Abhängigkeit des Geschäftsgangs vorgelegt, teilte die Lufthansa-Tochter am Freitag in einem Communiqué mit. "Auch gegenüber dem letzten Gesamtarbeitsvertrag aus dem Jahr 2018 stellt dieses Angebot eine deutliche Verbesserung dar. Dies trotz der durch die Corona-Pandemie gestiegenen Schuldenlast und der unsicheren Weltwirtschaftslage."

Die Pilotengewerkschaft Aeropers habe dagegen Forderungen im Umfang von über 200 Millionen Franken gestellt, hiess es. Die Forderungen von Aeropers würden über die vereinbarte Vertragslaufzeit von vier Jahren die Cockpitpersonalkosten von rund 1 Milliarde um total über 200 Millionen Franken erhöhen.

"Die Swiss bedauert die Ablehnung durch den Aeropers-Vorstand", schrieb die Airline. Die Swiss wolle nach wie vor einen neuen Gesamtarbeitsvertrag mit den Piloten abschliessen und stehe für weitere Verhandlungen zur Verfügung.

Piloten bereiten sich auf Streik vor

Nun drohen die Piloten mit Streik. Da die Swiss "nicht ausreichend auf die berechtigten Interessen ihrer Pilotinnen und Piloten eingegangen" sei, beginne heute der Abstimmungsprozess über eine Arbeitsniederlegung, schrieb Aeropers ihrerseits in einem Communiqué. "Falls die Mitglieder dem Antrag des Vorstandes zustimmen und die Geschäftsleitung der Swiss in der Zwischenzeit kein deutlich verbessertes Angebot vorlegt, sind ab dem 17. Oktober Streikmassnahmen möglich."

Die Swiss habe den Piloten "keine andere Wahl" gelassen, als den GAV abzulehnen, hiess es weiter. Denn der Vertrag sei in einer Phase von grosser Unsicherheit ausgehadelt worden. Nun habe die Airline aber "sehr gute Jahreszahlen präsentiert" und der Aufschwung in der Luftfahrt gehe unvermindert weiter.

"Trotz all dieser Entwicklungen betrachtet die Geschäftsleitung den von ihren Mitarbeitenden klar abgelehnten GAV 2022 immer noch als ausgewogen und will jedes Zugeständnis an die Piloten mit Gegenforderungen ausgleichen", so die Pilotengewerkschaft. Darum würden jetzt weitere Optionen vorbereitet. (sda/awp)