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Schweizer Konjunktur

OECD revidiert Schätzung für Wirtschaft

Angesichts des Auswirkungen des Ukraine-Kriegs korrigiert die OECD ihre Schätzungen für das Wirtschaftswachstum in der Schweiz nach unten. Die Organisation mit Sitz in Paris erwartet im laufenden Jahr 2022 noch ein Wachstum des Bruttoinlandprodukts von 2,1 Prozent.
Bild: KEYSTONE/DPA/CHRISTOPH SOEDER

Dies, nachdem sie bisher von einem Plus von 2,5 Prozent ausgegangen war. Die negativen Auswirkungen des russischen Krieges in der Ukraine werden sich dann aber vor allem im nächsten Jahr niederschlagen.

Für das kommende Jahr prognostiziert die OECD einen Rückgang des Wirtschaftswachstums auf plus 0,6 Prozent nach bisher plus 1,4 Prozent. 2024 werde sich das BIP-Wachstum wieder auf plus 1,4 Prozent erholen.

Der Krieg in der Ukraine belaste die Weltkonjunktur und hemme damit auch die Exporte aus der Schweiz sowie die Binnennachfrage, schreibt die OECD. Immerhin: Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz dürften ihre sehr hohe Sparquote allmählich verringern. Das wird laut OECD den privaten Verbrauch in den nächsten zwei Jahren stützen.

Als grösste Risiken für die Konjunktur benennt die OECD mögliche Störungen der Industrieproduktion, ausgelöst von Erdgas- oder Stromengpässen.

Hartnäckige Inflation

Die steigenden Energiepreise werden auch die Inflation deutlich über dem Zielbereich der Schweizerischen Nationalbank (SNB) halten. Die Inflation erwartet die OECD im laufenden Jahr bei einer Rate von 2,9 Prozent, im kommenden Jahr soll sie sich nur leicht auf 2,5 Prozent abschwächen.

Die SNB werde daher ihre Geldpolitik weiter straffen müssen, stellt die OECD fest. Erst 2024 wird gemäss den OECD-Projektionen die Teuerung mit 1,5 Prozent zurück in den Bereich sinken, den die SNB als Preisstabilität definiert.

Zudem mahnt die Organisation weitere Reformen an. So müsse die Haushaltskonsolidierung weitergehen, während gezielte Massnahmen zur Bewältigung des Flüchtlingsstroms angemessen seien.

Einen Bedarf für strukturelle Reformen sieht die OECD zudem beim Arbeitsmarkt und bei der Beseitigung von Wettbewerbshindernissen ebenso wie bei der ökologischen Nachhaltigkeit und der Energiesicherheit. (sda/awp)