Die Corona-Krise trifft auch das Papiergeschäft: CPH-Gruppe in Perlen erleidet Umsatzrückgang

WIRTSCHAFT ⋅ Vor allem der Bereich Papier bei der Luzerner Industriegruppe geriet durch die Coronapandemie zusätzlich unter Druck. Im Bereich Verpackung konnte der Umsatz jedoch gesteigert werden.

21. Juli 2020, 15:53

(cg) Bedingt durch die Coronapandemie ging der Umsatz der CPH Chemie + Papier Holding in Perlen im ersten Halbjahr um 13 Prozent auf 231,8 Millionen Franken zurück, und das Betriebsergebnis (Ebit) sank um 14,2 Millionen auf 17,8 Millionen Franken.

Der Umsatzrückgang, schreibt die Luzerner Industriegruppe in ihrer Mitteilung am Dienstag, sei zu einem grossen Teil auf den Bereich Papier zurückzuführen. Zwar sei der Informationsbedarf der Bevölkerung in der Krisensituation markant angestiegen, gleichzeitig gingen aber die Werbeeinnahmen der Medienhäuser drastisch zurück. «In der Folge schrumpften Auflagen und Umfang der Zeitungen und entsprechend auch die Nachfrage nach Papier.» Was zu mehrtägigen Stillständen beider Papiermaschinen geführt habe. Schon im 2019 war der Umsatz der Sparte im Vergleich zu 2018 um 2,6 Prozent auf 293,2 Millionen Franken zurückgegangen. Der Verwaltungsrat hat das Ziel, die Abhängigkeit der CPH vom wenig zukunftsträchtigen Papiergeschäft zu senken. Während dessen Anteil am Gruppenumsatz vor ein paar Jahren noch über 70 Prozent betragen hatte, sollte er dereinst weniger als die Hälfte ausmachen. Anfang Jahr lag er bei 56,4 Prozent.

Nettoergebnis auf Vorjahresniveau

Mit 27,2 Millionen Franken konnte aber das Nettoergebnis des Konzerns den Stand des Vorjahres erreichen. Dies sei auch auf ausserordentliche Erträge in Höhe von 12 Millionen Franken zurückzuführen, heisst es in der Mitteilung weiter. So habe der Kanton Zürich im Frühjahr den Auftrag zur Seegrundsanierung vor dem ehemaligen Betriebsstandort des Bereichs Chemie in Uetikon an einen Totalunternehmer vergeben. Und da die Kosten der Sanierung tiefer ausfallen würden, als beim Verkauf des Areals an den Kanton geschätzt worden sei, könnten entsprechende Rückstellungen aufgelöst werden.

Gut durch die Coronapandemie gekommen ist indes der Bereich Verpackung des Konzerns. Der Bedarf an Medikamenten zur Selbstmedikation sei gestiegen und entsprechend auch die Nachfrage nach Folien für Blisterverpackungen, also Sichtverpackungen. Im Bereich Verpackung sei daher der Umsatz im ersten Halbjahr gesteigert und auch bei der Ebit-Marge sei ein neuer Höchstwert erreicht worden. Auch bei einzelnen Produktsegmenten des Bereichs Chemie seien rekordhohe Auftragseingänge registriert worden.

Für das zweite Halbjahr rechnet der Konzern aber weiterhin mit starken Auswirkungen auf den Geschäftsgang durch die Pandemie. «Sowohl Umsatz als auch operatives Ergebnis werden im laufenden Jahr deutlich zurückgehen», wird CEO Peter Schildknecht zitiert. Trotzdem werde die CPH-Gruppe auch 2020 einen Gewinn schreiben. Das Nettoergebnis, prognostiziert Schildknecht, dürfte im tieferen zweistelligen Millionenbereich liegen.

Die CPH-Gruppe und ihre Tochtergesellschaften produzieren in der Schweiz, Deutschland, Bosnien-Herzegowina, in den USA, Brasilien und in China. Der Personalbestand betrug Ende Juni 1095 und lag damit auf Vorjahresniveau.


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