Deshalb gibt Samih Sawiris die Mehrheit am Projekt in Andermatt ab

WIRTSCHAFT ⋅ Bei Andermatt Swiss Alps hat Orascom bald wieder die Aktienmehrheit. Investor Samih Sawiris erklärt, weshalb er die Mehrheit abgibt und wieso er kein Zahlenmensch ist.

09. Januar 2019, 22:37

Rainer Rickenbach

Samih Sawiris, Sie geben die Mehrheit des Aktienkapitals von Andermatt Swiss Alps an Ihren Tourismus- und Immobilienkonzern Orascom ab. Welche Absicht steckt dahinter?Wir verfolgen das Ziel, Orascom international möglichst breit abzustützen. Wenn das Unternehmen auch Mehrheitsaktionär von Andermatt Swiss Alps wird, wächst seine Verankerung ausserhalb des ägyptischen Heimmarktes. Damit kommt es mit seiner Strategie einen Schritt weiter.Sie hatten vor sechs Jahren die Mehrheit in Andermatt übernommen. Die Rückkehr des Feriendorfprojektes zu Orascom fällt zeitlich mit der Eröffnung der Skiarena Andermatt-Sedrun und des Hotels Radisson Blu zusammen.Das ist natürlich kein Zufall. Andermatt entwickelt sich gut. Es ist nun nicht mehr nur ein Projekt, sondern eine Destination, welche die kritische Grösse erreicht hat. Für die nächste Entwicklungsphase bin ich aber nicht mehr der richtige Mann. Dafür braucht es Leute, die sich intensiv um die Zahlen kümmern und das Vorhaben mit straffer Führung vorantreiben. Denn sie müssen in der Lage sein, es zu einem nachhaltigen finanziellen Erfolg zu führen. So etwas liegt mir weniger. Ich habe Ideen und Visionen. Diese im Tagesgeschäft umsetzen können andere besser.Eine Ihrer Ideen ist die Konzerthalle. Sie wird nun grösser als ursprünglich geplant und scheint sich zur Ihrer persönlichen Herzensangelegenheit entwickelt zu haben.Das ist sie, und das bleibt sie auch. Auch wenn bald nicht mehr ich, sondern Orascom die Aktienmehrheit hat, bleibe ich natürlich weiterhin in die Entwicklung von Andermatt eingebunden.Wie ist der Start in die Wintersaison geglückt?Wir sind extrem zufrieden. Das neue, erweiterte Skigebiet kommt bei den Wintersportlern sehr gut an. Die Bahnfrequenzen sind in den ersten Wochen der Saison um mehr als 70 Prozent gestiegen, und die Hotels waren über die Festtage ausgebucht. Die grosse Nachfrage macht deutlich, dass weitere Hotel­zimmer und Ferienwohnungen im schneesicheren Andermatt einem Bedürfnis entgegenkommen. Es ist schön zu sehen, wie sich die hohen Investitionen zu lohnen beginnen.Wie viel wurde in Andermatt bislang investiert?In die Erweiterung und Modernisierung des Skigebietes flossen rund 160 Millionen Franken. In das ganze Projekt wurde bislang eine Milliarde Franken investiert. Das ist viel Geld. Über 600 Millionen Franken davon kamen von Swiss Alps Andermatt, rund 400 Millionen Franken von den Käufern.Waren Sie selber schon auf den neuen Skipisten unterwegs?Im Februar wird meine Familie Ferien in Andermatt verbringen und zum ersten Mal auf Skiern die neue Pistenlandschaft bis Sedrun erkunden.

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