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Skeleton/Schlitteln

Unschönes Hickhack um Schweizer Quotenplatz

Da Marina Gilardoni, die WM- und EM-Zweite von 2020, wegen ihrer neuerlichen Hirnerschütterung fehlt, wird es an den Winterspielen in Peking im Skeleton kein Schweizer Spitzenresultat geben.
Im Eiskanal tritt die Schweizer Delegation wie die Schlittlerin Natalie Maag nur mit geringen Ambitionen an
Bild: KEYSTONE/EPA/TOMS KALNINS

Für Drama sorgen dafür zwei Männer aus dem Engadin. Da die Schweiz einen Quotenplatz herausgefahren hatte, selektionierte Swiss Olympic einen Fahrer, obwohl alle die Selektionskriterien deutlich verpasst hatten.

Zum Handkuss kam der 26-jährige Basil Sieber aus Samedan. Karriere-Bestresultat im Weltcup: ein 20. Platz Mitte Dezember in Altenberg. Mit dem Entscheid gar nicht einverstanden ist Jean-Jacques Buff. Der zwei Jahre jüngere St. Moritzer wurde im letzten Winter auf der Heimbahn 16., ansonsten zweimal 21. Tatsächlich beantragte die Selektionskommission von Swiss-Sliding ursprünglich Buff als Olympia-Teilnehmer, was von Swiss Olympic zur Neubeurteilung zurückgewiesen wurde. Ob Buff nun noch den Internationalen Sportgerichtshof CAS anruft, um den Entscheid umzustossen, ist offen.

Was dem Fall zusätzlich Brisanz verleiht: Den Schweizer Quotenplatz hatte Ronald Auderset mit konstanten Rängen zwischen 17 und 24 herausgefahren. Der Freiburger kam aber mit seinen 32 Jahren nicht mehr für den "Jugend-Bonus" (Athleten mit mittelfristigem Medaillen- bzw. Diplompotenzial) von Swiss Olympic in Frage.

Schlitteln: Die "deutsche" Schweizerin

Im Schlitteln kann die einzige Schweizer Teilnehmerin Natalie Maag von den Besten lernen. Eingebettet ins deutsche Team nähert sich die 24-jährige Zürcher Oberländerin in kleinen Schritten der Weltspitze. Nach einem schwierigen Saisonstart fand sie in den letzten Wochen mehr und mehr zur gewünschten Form. Zuletzt in St. Moritz belegte Maag beim Weltcup-Finale - und gleichzeitig EM-Rennen - den 12. Platz.

Nun scheint sie bereit für eine Revanche mit der neuen Olympia-Bahn im Pekinger Vorort Yanqing. Im Weltcup reichte es Ende November nach guten Trainings nur zum 22. Rang. Nun dürfte ein Platz in den Top 12 möglich sein. Die Medaillen werden wohl Deutsche, Österreicher, Russen und Letten unter sich ausmachen. (sda)

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