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Kim Gubser fliegt in neue Höhen: Der Freeskier holt den Weltrekord auf dem Schilthorn

Beim Freeski- und Snowboard-Event «The Nines» auf dem Schilthorn wurden Weltrekorde aufgestellt. Der Schweizer Freeskier Kim Gubser springt so hoch wie keiner je zuvor. 

«Eigentlich sieht es gar nicht so hoch aus», sagt Kim Gubser in der Mittagspause zu seinen Kollegen. Die Gruppe lacht, Ungläubigkeit schwingt mit. «Zeig noch mal das Video», fordern sie den Athleten auf. Der Clip der Helmkamera wird wieder und wieder abgespielt. «Stimmt», scherzen sie, «du hättest noch höher springen können.»

Kim Gubser ist neuer Weltrekordhalter im höchsten Sprung.
Bild: Bild: Klaus Polzer/The NInes

Die anderen Kamerawinkel zeigen es dann doch: Der Sprung von Kim Gubser ist seh hoch. Es sind 14,6 Meter und damit der Weltrekord des höchsten Sprungs. Den bisherigen Rekord von David Wise (USA) aus 2016 übertraf um 40 cm. Dass der Weltrekord möglich ist, sei ihm bereits durch den Kopf geschwirrt, als er die Pläne des Set-ups gesehen habe, erzählt er.

Freeski-Event ohne Wettkampfdruck

Der Event «The Nines» ist für spektakuläre Sprünge bekannt. Die weltbesten Snowboarderinnen und Freeskier werden eingeladen, um ihre Kreativität auszuleben und in einer sicheren Umgebung ohne Wettkampfdruck an ihre Grenzen gehen zu können. Für die Rider bedeutet das eine Woche voller Spass mit Freunden, sagt Gubser.

«Der Event ist etwas Besonderes, weil du solche Features beim Weltcup oder in normalen Snowparks nie siehst. Das ist eine völlig andere Erfahrung. Alles ist viel grösser und sehr ästhetisch.» Es werden Videos und Fotos produziert, Weltrekorde aufgestellt und dem Publikum am Samstag beim Public Day eine Show geliefert.

In diesem Jahr ist auf dem Schilthorn in Mürren ein 21-Meter-hohe Hip aus 60000 Kubikmeter Naturschnee gebaut worden. Die Schneepyramide eignet sich besonders gut dafür, möglichst hoch in die Luft katapultiert zu werden. Der Absprung ist steil, fast wie bei einem Aerial Sprung, die Landungen auf der rechten und linken Seite sind ebenfalls steil und geformt wie in einer Halfpipe.

Sein Limit bringt ihm zum Weltrekord

Die ganze Woche habe er sich an die Höhe der Hip gewohnt, sagt der 23-jährige Davoser. «Ich habe es erst mit weniger Geschwindigkeit probiert und bin dann immer schneller angefahren.» Am Freitagmorgen sind die Bedingungen perfekt. Die Temperaturen sind noch tief und die Anfahrt eisig und schnell. Mit anderen Fahrern habe er sich gegenseitig gepusht. «Wir wollten wissen, wo die Grenze ist, und haben sie gefunden. Das war jedenfalls mein Limit.»

Am Freitag springt Kim Gubser 14,6 Meter hoch.
Bild: Bild: Theo Acworth/The  NInes

Seine grösste Sorge war die Kompression beim Absprung. «Ich bin schon etwas nervös gewesen», gibt er zu. Mit bis zu 80 km/h rasen die Fahrer auf den Sprung zu, der steile Absprung staucht sie zusammen. «Ich musste mich wirklich anstrengen, der Absprung war das Schwierigste wegen der Kompression», sagt Gubser. «Dann wartet man einfach. Es hat Spass gemacht, fast 3,5 Sekunden in der Luft zu sein.»

Auch bei den Snowboardern gibt es neue Bestmarken. Der Australier Valentino Guseli sprang 11,5 Meter, die Kanadierin Brooke D’Hondt 7,3 Meter hoch.

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