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Ruder-WM

«Ihnen sollte die Lust vergehen»: Schweizer Ruder-Equipe zeigt viel Entschlossenheit an der WM in Tschechien

Fünf Schweizer Boote haben sich an der Ruder-WM in Tschechien bereits für die Halbfinals qualifiziert. Vier weitere könnten hinzukommen. Einen entschlossenen Eindruck hinterlassen vor allem die Leichtgewichtsruderer. 

Der Schweizer Ruderverband erlebt einen verheissungsvollen Start in die Weltmeisterschaft. Von den elf angetretenen Booten stehen bereits fünf im Halbfinal, vier weitere könnten folgen. Besonders entschlossen traten bisher die Leichtgewichtsruderer auf. Allen voran Andri Struzina. Der 25-Jährige vom Seeclub Zug, der an der EM in München Bronze gewann, hinterliess in Tschechien einen frischen Eindruck. Schon im Vorlauf stieg er forsch in den Wettkampf. Struzina nutzte die guten Ruderverhältnisse am Start. Es stellte sich als kluge Strategie heraus, denn im Zielbereich machten die Böen das Rennen sehr unberechenbar.

«Um heute zu punkten, wollte ich auf der ersten Streckenhälfte die nötige Zeit herausholen», erklärte er. «Mir war schon in den Trainings aufgefallen, dass mir die Starts aktuell ausgezeichnet gelingen.» Nach 500 Metern erhöhte er den Druck und setzte zum Zwischenspurt an.

«Ein Zeichen an meine Mitstreiter. Ihnen sollte die Lust vergehen, heute überhaupt noch gegen mich anfahren zu wollen.»

Mit seinem Sieg qualifizierte er sich für den Viertelfinal, der am Mittwoch stattfindet.

Struzinas Leichtgewichtskollegen Jan Schäuble und Raphael Ahumada traten nicht weniger souverän auf. Sie werden im Leichtgewichtsdoppelzweier am Mittwoch ebenfalls den Viertelfinal bestreiten, nachdem ihnen im Vorlauf ein Start-Ziel-Sieg gelang. Ihre grössten Gegner waren Deutschland (2.), Spanien (3.) und China (4.). «Die meisten unserer Konkurrenten kennen wir mittlerweile recht gut. Das Studium der Gegner beschränken wir darum auf ein gesundes Mass», sagte Schäuble hinterher.

Auch die beiden Grossboote der Männer stehen in den Halbfinals (beide am Donnerstag). Der Vierer ohne Steuermann mit Roman Röösli, Joel Schürch, Andrin Gulich und Tim Roth schaffte die Qualifikation mit einem Sieg im Hoffnungslauf. Der Doppelvierer mit Patrick Brunner, Kai Schätzle, Nils Schneider und Dominic Condrau beendete den Hoffnungslauf einen Wimpernschlag hinter den Franzosen auf Platz 2. «Für den Halbfinal nehmen wir uns vor, auf dem dritten Streckenabschnitt noch besser zu rudern», sagte Dominic Condrau.

Für Gmelin geht es erst richtig los

Bei den Frauen steht der Einer mit Jeannine Gmelin besonders im Fokus. Die 32-jährige Zürcherin musste zuletzt die EM in München wegen einer Coronainfektion abbrechen. Vor den Titelkämpfen in Tschechien liess sie verlauten, dass sie der WM sehr viel Bedeutung beimesse. «Die WM sehe ich nicht als Abschluss der Saison, sondern als Startpunkt des Qualifikationsjahres mit der Vergabe der Olympia-Quotenplätze an der WM 2023.» In Racice schaffte es Gmelin via Hoffnungslauf in den Halbfinal (Freitag).

Die direkte Halbfinal-Qualifikation schaffte hingegen der Doppelvierer mit Célia Dupré, Pascale Walker, Lisa Lötscher und Salome Ulrich – für das Quartett geht es am Donnerstag weiter. Ihren Hoffnungslauf gewonnen haben Patrizia Merz und Frédérique Rol im leichten Doppelzweier. Auch sie stehen am Donnerstag im Halbfinal.

Chancen auf den Halbfinal haben auch noch Scott Bärlocher im Einer und Fabienne Schweizer und Nina Wettstein im Doppelzweier.

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