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Fussball, Nationalmannschaft, WM, Aufgebot

In einem Monat bestreitet die Schweiz an der WM in Katar ihr erstes Gruppenspiel gegen Kamerun. Die meisten Positionen scheinen besetzt. Dennoch gibt es - auch aufgrund von Verletzungen - einige Fragezeichen. Eine Übersicht.

Die Torhüter

Eigentlich gäbe es an Yann Sommer kein Vorbeikommen. Der Gladbach-Goalie wurde durch seine Paraden schon mehrmals zum Matchwinner. Umso bitterer ist die Sprunggelenksverletzung, die sich der 33-Jährige am 18. Oktober im Cupspiel gegen Darmstadt zugezogen hat. Patrick Foletti, Torhüter-Trainer bei der Nati, hatte danach zwar gesagt, dass er mit einem fitten Sommer an der WM rechne. Auf ein Update zu dessen Formstand wartet man seither jedoch vergeblich. Am Wochenende hat sich mit Jonas Omlin ein weiterer Nati-Goalie verletzt. Auch sein WM-Einsatz scheint in Gefahr.

Wieder fit ist dafür Gregor Kobel. Nach einem groben Bock, der am Ursprung der 0:2-Niederlage gegen Union Berlin stand, zeigte der 24-Jährige im Cup gegen Hannover und in der Meisterschaft gegen Stuttgart starke Leistungen. Er wäre fraglos der erste Ersatz, sollte Sommer doch für die WM ausfallen.

Dahinter bereit stehen Yvon Mvogo, der als Stammtorhüter bei Lorient mitverantwortlich für den ausgezeichneten Saisonstart ist (dritter Rang in der Ligue 1), sowie YBs David von Ballmoos, der noch auf seinen ersten Nati-Einsatz wartet.

Die Verteidigung

Die Viererkette mit Silvan Widmer, Manuel Akanji, Nico Elvedi und Ricardo Rodriguez ist gesetzt. Widmer, der sich Anfang Oktober einen Muskelfaserriss zugezogen hatte, gab am vergangenen Wochenende sein Comeback bei Mainz und wurde in der 69. Minute eingewechselt. Drei der vier Ersatzspieler scheinen mit Blick auf die letzten Aufgebote ebenfalls klar: Kevin Mbabu auf rechts sowie Fabian Schär und Eray Cömert als Innenverteidiger.

Die grosse Frage ist, wen der Trainer als zweiten Linksverteidiger mitnehmen wird. Mögliche Kandidaten sind Jordan Lotomba, der bei Nice regelmässig - wenn auch auf der rechten Seite - zum Einsatz kommt, sowie die beiden YB-Verteidiger Loris Benito und Ulisses Garcia. Zuletzt verzichtete Yakin allerdings auf alle drei Spieler und setzte stattdessen mit Renato Steffen einen Mittelfeldspieler auf dieser Position ein.

Andere Verteidiger wie Cédric Zesiger (YB), Michael Lang (Basel) und Leonidas Stergiou (St. Gallen) dürfen sich nur leise Hoffnungen machen. Sie befanden sich beim letzten Nati-Aufgebot immerhin auf der Reserveliste. Schalkes Cédric Brunner, dessen Nati-Premiere noch aussteht, scheint bei Yakin derweil kein Thema zu sein.

Das Mittelfeld

In den letzten beiden Spielen setzte Yakin auf ein Fünfermittelfeld mit Granit Xhaka, Remo Freuler, Xherdan Shaqiri, Djibril Sow und Ruben Vargas. Die Chance ist gross, dass die Schweiz auch an der WM so aufspielen wird. Einzig Vargas muss etwas um seinen Stammplatz bangen, denn Noah Okafor, der beim letzten Nati-Zusammenzug wegen Zahnproblemen gefehlt hatte, spielt in dieser Saison sowohl im Nationalteam als auch bei Salzburg gross auf.

Denis Zakaria, der nach seinem Wechsel von Juventus nach Chelsea noch keine Minute gespielt hat, wird sich auch in der Nati mit der Ergänzungsrolle begnügen müssen. Der auf mehreren Positionen einsetzbare Lugano-Akteur Renato Steffen dürfte ebenfalls nach Katar mitgenommen werden. Fabian Frei, der bei Basel nicht mehr zum Stammpersonal gehört, hat trotzdem gute Chancen auf ein Nati-Aufgebot. Yakin schätzt die Erfahrung des 33-Jährigen, dessen Einfluss auf die Mitspieler und dass er sich nicht über die Nebenrolle beklagt.

Wackelkandidaten sind die zuletzt aufgebotenen Michel Aebischer (Bologna), Dan Ndoye, Zeki Amdouni (beide Basel) und Ardon Jashari (Luzern), wobei der in der Serie A regelmässig eingesetzte Aebischer sicher die besten Chancen hat. Bei den anderen Spielern kommt es darauf an, ob Yakin die WM mit mehr als 23 Spielern bestreiten möchte. Aufgrund möglicher Auswirkungen der Corona-Pandemie dürfen die Nationalteams aus maximal 26 Spielern bestehen.

Der Sturm

Breel Embolo trifft endlich regelmässig. Nach seinen beiden Treffern im Nati-Dress erzielte der Monaco-Stürmer auch in der Ligue 1 dreimal in Folge Tore und steht nun bei sechs Treffern und vier Assists. Der durchsetzungsstarke Embolo wird wohl in erster Linie mit Haris Seferovic um den Platz in der Stammelf kämpfen. Dieser spielte zwar an der EM 2021 gross auf, weil er bei Galatasaray jedoch nicht über die Ergänzungsrolle hinauskommt, droht ihm in der Nati das gleiche Schicksal.

Zuletzt ein Aufgebot erhalten hat auch Cedric Itten, der mit sechs Treffern den zweiten Platz in der Torschützenliste der Super League belegt. Wohl zu spät aufgedreht hat Albian Ajeti. Sturm Graz schoss er zuletzt zweimal in Folge zum Sieg, trotzdem musste er am Samstag im Spitzenkampf gegen Salzburg eine Stunde auf seinen Einsatz warten. Auch für Andi Zeqiri wird es kaum reichen. Ihm ist der erhoffte Durchbruch bei Basel nicht gelungen.

Sein WM-Aufgebot gibt Murat Yakin am 9. November im Verkehrshaus in Luzern bekannt. (sda)

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