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Kommentar

Diese Frauenquote verträgt der Schweizer Sport

Der Bundesrat stutzt den Entwurf von Sportministerin Amherd zurecht – jetzt müssen die Sportverbände ihren Worten Taten folgen lassen.

Die Initialzündung von Sportministerin Amherd fiel letztlich einiges kleiner aus, als ursprünglich angedacht.
Bild: Keystone

Im Schweizer Sport geben die Männer den Ton an. Ein Blick in die Vorstände der Verbände im Land reicht schon, um das festzustellen. Und diese Verbände haben gerade ihre Muskeln spielen lassen: Sie haben die Frauenquote von Sportministerin Viola Amherd zerpflückt, und zwar mit ihrer ganzen Wucht.

Der Walliserin schwebte eine Initialzündung vor: Dies in Form einer 40-Prozent-Quote in allen Vorständen und finanziellen Sanktionen für jene, die nicht mitspielen. Das war keine gute Idee, weil dem Vorschlag das Augenmass fehlte. Und weil er die Realitäten im Sportland Schweiz zu sehr ausser Acht liess; allen voran diejenige, dass vielerorts die Ehrenämter nicht gerade von Interessenten überrannt werden. Wie soll man da noch eine Quote erfüllen?

Es ist deshalb gut, dass der Bundesrat eine abgespeckte Frauenquote verabschiedet hat. Wobei die nun arg weich daherkommt: Nur nationale Verbände müssen sie erfüllen, und wenn sie das nicht tun, droht keine Strafe, nur eine Erklärung und ein Massnahmenplan werden fällig. Eine Initialzündung sieht anders aus, auch wenn Amherd mittlerweile findet, allein schon ihre Quotenidee und die Debatte darüber hätten eine solche bewirkt.

Diese Quote, so viel steht fest, verträgt der Schweizer Sport. Seine Exponenten betonen gerne, dass man das Thema Frauenförderung bereits im Auge habe. Jetzt müssen den Worten noch mehr Taten folgen.

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