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Super League

Die plötzliche Solidität des alten Meisters

Die Young Boys sind zu Beginn dieser Saison nicht mehr zu vergleichen mit den Young Boys, die im Frühling nicht recht vorankamen. Am Sonntag spielen die Berner daheim gegen die Grasshoppers.
YBs Goalie David von Ballmoos hat sich in fünf Wettbewerbsspielen in Folge nicht bezwingen lassen
Bild: KEYSTONE/ENNIO LEANZA

Den grössten Unterschied zwischen dem gegenwärtigen YB und dem YB von vor ein paar Monaten entdeckt man in der Defensivarbeit. In der Meisterschaft 2021/22 kassierten die Berner in den Runden 20 bis 35 immer mindestens ein Tor. Mit diesen 16 Spielen am Stück stellten sie einen vereinsinternen Negativrekord in der Ära der Super League (ab 2003/04) auf.

Wie viel anders präsentieren sie sich seither. In der 36. Runde der letzten Saison siegten sie daheim gegen GC 3:0, und auch in den ersten vier Wettbewerbsspielen der noch jungen Saison gönnten sie dem jeweiligen Gegner keinen Torjubel. Zu null spielten sie in der Meisterschaft gegen Zürich (4:0) und in Sitten (3:0), zu null spielten sich auch in den Conference-League-Spielen gegen Liepaja (1:0 und 3:0). Wären diese fünf Partien allesamt Super-League-Spiele gewesen, so hätten die Berner diesmal einen positiven Vereinsrekord aufgestellt.

Nach dem Match vom Donnerstag gegen Liepaja sagte Cheftrainer Raphael Wicky, er sei trotz der Zu-null-Ergebnisse von der Defensivleistung nicht immer angetan. Wicky weiss, dass es verschiedene Male auch Glück brauchte - nicht nur in der Szene, als Antonio Marchesano mit einem Handspenalty den FCZ hätte in Führung bringen können. Etwa auch im Match gegen Liepaja kam YB um ein Gegentor herum, weil ein Stürmer aus bester Position nicht traf. Die Defensive wird also auch in den kommenden Wochen ein fixes Traktandum in den Trainings im Wankdorf sein.

Die Super-League-Spiele vom Sonntag im Überblick:

Winterthur - Lugano. - Sonntag, 16.30 Uhr. - SR Cibelli. - Absenzen: Costinha und Hammer (beide verletzt); Daprelà (gesperrt), Aliseda, Amoura, Babic, Facchinetti, Hajrizi und Macek (alle verletzt). - Fraglich: - ; Durrer. - Statistik: In seinem zweiten Heimspiel nach dem Wiederaufstieg könnte der FC Winterthur den ersten Sieg in der höchsten Spielklasse seit mehr als 37 Jahren einfahren. Es wäre also ein Erfolg von historischem Wert. Der Zeitpunkt für einen Sieg gegen den deutlich höher gehandelten FC Lugano scheint nicht schlecht zu sein, denn die Tessiner sind zu Saisonbeginn offensichtlich nicht in Form. Sie enttäuschten bei ihren Niederlagen daheim gegen Sion und in Zürich gegen die Grasshoppers. Als "Winti" 1984/85 abstieg, spielte Lugano nicht in der damaligen Nationalliga A. So datiert das letzte Duell der beiden Klubs in NLA beziehungsweise Super League vom Mai 1976. Lugano siegte damals zuhause 3:1, stieg aber ab.

Young Boys - Grasshoppers (0:0, 1:1, 2:2, 3:0). - Sonntag, 16.30 Uhr. - SR Schärer. - Absenzen: Lauper, Maceiras, Ugrinic und Zbinden (alle verletzt); Hoxha, Jeong, Ribeiro und Stroscio (alle verletzt). - Fraglich: Lustenberger und Rüegg; - . - Statistik: Die Hoppers legten den ambitionierten Bernern in der letzten Saison etliche Steine in den Weg. Mit drei Unentschieden nahmen sie ihnen sechs Punkte ab. YB siegte erst im vierten Duell, in der 36. Runde, als die Positionen bezogen waren. Für YB hat diese Saison besser begonnen als die letzte. Aber genauso für die Zürcher: Vor einem Jahr starteten sie mit einer Heimniederlage gegen Basel, diesmal mit einem Heimsieg gegen Lugano.

Rangliste: 1. Young Boys 2/6 (7:0). 2. St. Gallen 3/6 (4:1). 3. Servette 3/5 (2:1). 4. Sion 3/4 (3:5). 5. Grasshoppers 1/3 (2:1). 6. Basel 2/2 (2:2). 7. Luzern 1/1 (0:0). 8. Winterthur 2/1 (1:3). 9. Zürich 3/1 (0:6). 10. Lugano 2/0 (3:5). (sda)

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