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Quersicht

5 Jahre, 40 Kolumnen: Ein Blick zurück und auf Wiedersehen

Fünf Jahre durfte ich Sie, geschätzte Leserinnen und Leser, mit 40 Kolumnen unterhalten. Am meisten Reaktionen habe ich erhalten, wenn es um Emotionen ging, wenn sich jemand in seinen Gedanken bestätigt sah oder anderer Meinung war. Ein Rückblick.
Die Kolumne über Jérémy Guillemenot hatte viele Reaktionen zur Folge.
Bild: Bild: Ralph Ribi

Es hat Spass gemacht diese Texte zu schreiben. In meinen Kolumnen wollte ich nicht das sportliche Tagesgeschäft bedienen, dafür gibt es die professionellen Journalistinnen und Journalisten.

Viele unterstützende Rückmeldungen erhielt ich zum Text über die früheren, ärgerlichen Schwalben von St.Gallens Stürmer Jérémy Guillemenot oder auch über die Ehrlichkeit von Giorgio Contini, als er sagte, Homeschooling während der Coronazeit sei deutlich schwieriger als Fussballtrainer zu sein.

Interessant waren die kontroversen Rückmeldungen zu meiner Meinung, dass die Fairness bis in die höchsten Ligen aller Sportarten höher gewertet werden sollte als das Torverhältnis.

Die Gefühle eines Handballers

Ich habe über Solidarität im Sport geschrieben, aber auch über die Gefühle eines Handballers, der bei St.Otmar nur in der Verteidigung eingesetzt wird und dadurch eine Saison lang kein einziges Tor erzielt hat.

Ausserdem erhielt ich viele positive Zuschriften für die Aussage, dass Eltern nur dann auf den Sportplatz gehören, wenn sich ihre Kinder nicht für sie schämen müssen.

Unser Kolumnist René Bühler.
Bild: Bild: Benjamin Manser

Am meisten interessieren mich die Menschen hinter ihren Sportarten. Die Motivation von Sportlerinnen und Sportlern und Juniorentrainerinnen und Juniorentrainern, welche einen grossen Aufwand betreiben ohne reich zu werden, begeistert täglich.

Meine Hommage an die Jugend unter dem Titel «Kinder sollen spielen dürfen und nicht gut sein müssen», hat viele Menschen bewegt. Der Blockbuster war allerdings «Wenn Fussballer neben den Engeln in den Spitälern verblassen». Dieser Text führte zu Dutzenden von Reaktionen auch aus zwei Spitälern.

Die Reaktion von Mama Hefti

Wie in meiner Kolumne vom Juli 2022 beschrieben, bin ich nach wie vor der Meinung, dass man die Gästesektoren in den Fussballstadien schliessen sollte. Es kommen dann nur noch jene Gästefans, die sich auch wie Gäste benehmen. In den meisten Stadien sind genügend freie Plätze vorhanden.

In der Kolumne «Sport muss man nicht immer verstehen», versuchte ich den Erläuterungen von Skispringer Simon Ammann zu folgen, doch seine Aussagen zur Wichtigkeit von Ski und Schuhen sind für mich immer noch wie ein Kreuzworträtsel ohne Lösungswort.

Auch staunte ich darüber, wie man im Eiskunstlauf einen Salchow vom Toeloop oder einen Flip vom Rittberger unterscheiden kann. Eiskunstlauftrainerin Claudia Aebischer sagte mir zwar danach, dass man dies doch einfach sehe.

Na ja, aber gestaunt habe ich auch über die Mama von Fussballer Silvan Hefti, die mir an einer Geburtstagsfeier zu diversen Kolumnen eine Rückmeldung gab. Da soll noch einmal jemand sagen, dass nur noch die Schlagzeilen gelesen werden.

«Steht auf und helft mit»

Mein Herzblut gehört weiterhin dem regionalen Fussball und der Freiwilligenarbeit. Mit diesem Credo soll meine letzte «Quersicht» enden. Gerne erinnere ich dabei an den Text: «50+ ist gesucht – zumindest in der Freiwilligenarbeit.» Man sollte etwas von dem zurückgeben, was man als Kind in einem Verein erhalten hat.

Mein Wunsch geht an alle, die eine schöne Zeit als Junior oder als Juniorin erleben durften, aber bisher selbst noch nichts an die heutige Jugend zurückgegeben haben. Steht auf und helft mit, dass jedes Kind, unabhängig von Talent, Geschlecht und Herkunft seinem sportlichen Hobby nachgehen darf.

Herzlichen Dank fürs Lesen meiner Kolumnen sowie für die vielen Rückmeldungen. Bis bald auf einem Sportplatz.

Unser Kolumnist
René Bühler warf in den vergangenen Jahren regelmässig einen Blick auf das Sportgeschehen. Er ist Ehrenpräsident des FC Fortuna St.Gallen und Herausgeber des Buches «Fussballjahre». Mit dieser Kolumne beendet er sein Engagement. (red)

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