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National-League-Rückkehr

4:1-Sieg gegen den Aufsteiger: Die Rapperswil-Jona Lakers sind inzwischen das bessere Kloten

Aufsteiger Kloten verliert das erste Spiel nach der Rückkehr in die höchste Liga gegen die Rapperswil-Jona Lakers 1:4.

Kloten ist wieder da. Nach vier Jahren, vier Monaten, drei Wochen und drei Tagen. Am 25. April 2018 hatten die Zürcher die höchste Liga nach mehr als 50 Jahren verlassen. Nach einer 1:2-Verlängerungs-Niederlage im 7. Spiel der Liga-Qualifikation mussten sie ihren Platz in der National League den Rapperswil-Jona Lakers überlassen. Und nun das erste Spiel nach dem Wiederaufstieg. Wieder gegen die Lakers auf eigenem Eis.

Fast alles ist in Kloten anders geworden. Sportlich ausgezehrt nach einem rigorosen Sparprogramm sind die Zürcher vor vier Jahren abgestiegen. Diese Abmagerungskur hatte Präsident Hans-Ulrich Lehmann verordnet. Weil sie nach Jahren des Grössenwahns und der exorbitanten Saläre notwendig geworden war. Der Dorfklub war hoffärtig geworden. Die wichtigste Veränderung ist deshalb jene neben dem Eis: Die Rückkehr zur Bescheidenheit. Zur Identität des «Dorfklubs», der nicht mehr nach meisterlichem Ruhm trachtet. Sondern sich als sympathischer Aussenseiter, als Gegenentwurf zu den ZSC Lions, im Markt positioniert. Nicht mehr alimentiert von Millionären aus Zürich und Amerika (Philippe Gaydoul, Bill Gallacher). Sondern getragen vom mittelständischen Geldausgebern aus dem Glatttal. Mehr Gottfried Keller als Alfred Escher.

Vor acht Jahren war das Ziel noch der Titel (Finalniederlage gegen die ZSC Lions). Das Ziel ist nun der Gewinn der Kellermeisterschaft. Die vorzeitige Sicherung des Ligaerhalts auf Rang 12. Diese Kellermeisterschaft werden Kloten, Ajoie und die SCL Tigers unter sich austragen. Oder doch nicht? Spektakelhockey, aber sicherer, präziser und ruhiger Langnau (2:1 n.V. gegen die ZSC Lions) und Ajoie (4:2-Sieg gegen Gottéron) haben bereits überraschend, ja schon fast sensationell, ein Spiel gewonnen. Kloten ist nach dem 1:4 gegen die Lakers Schlusslicht. Stimmt die Prognose noch, dass die Klotener die Favoriten auf den Kellermeister-Titel sind?

Korrigieren müssen wir diese Prognose noch nicht. Aber es wird ein langer Weg zum 12. Platz. Sicher ist: Diese Klotener sind eine Bereicherung für die Liga. Sie spielen Lauf- und Tempohockey wie es ihrer Kultur entspricht. Juha Metsola ist ein vorzüglicher Goalie und der Kanadier Jonathan Ang, letzte Saison ein Überflieger in der Swiss League bei Thurgau, ist auch in der National League einer der schnellsten Spieler.

Der Aufsteiger war nicht chancenlos und hätte vielleicht gegen einen überheblichen Titanen wie die ZSC Lions oder Gottéron so triumphieren können wie Langnau und Ajoie. Aber die Lakers waren sportlich der schlimmstmögliche Gegner: Schon die jüngste Geschichte (die Liga-Qualifikation von 2018) sorgte dafür, dass sie dieses Kloten sicher nicht unterschätzten. Zumal in Kloten auch noch ihr damaliger Aufstiegstrainer Jeff Tomlinson an der Bande steht.

Vor allem aber wird Kloten mit den eigenen Qualitäten besiegt: Auch die Lakers zelebrieren ein Lauf- und Tempohockey. Aber viel intensiver als der Aufsteiger und sie lassen ihren Gegner nie zur Ruhe kommen. Sie spielen dieses Spektakelhockey sicherer, präziser, ruhiger und konzentrierter, sie haben mit Melvin Nyffeler (er war schon 2018 der Aufstiegsheld) einen sicheren Rückhalt und sie stehen nun an der Tabellenspitze. Dem glücklosen Eifer und dem Mut der Klotener setzten sie die Erfahrung und das Selbstvertrauen eines Etablierten der Liga entgegen.

Die Lakers sind das bessere Kloten. Deshalb war die Partie optisch ausgeglichen (32:34-Torschüsse), aber das Resultat (1:4) logisch.

Kloten steht in der Tradition der letzten drei Aufsteiger: Langnau verlor 2016 das erste Spiel in Bern (1:7), die Lakers 2019 in Langnau 2:5 und Ajoie vor einem Jahr gegen Biel auf eigenem Eis 1:3. Langnau und die Lakers gewannen das erste Spiel dann gegen Lausanne. Ein gutes Omen: Am Dienstag kommt Lausanne nach Kloten.

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