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Müsigricht Steinen

Spielereien mit Silben berühren

Im Müsigricht standen vier Frauen auf der Bühne, die Elemente aus Jodel und Jazz zu harmonischen Klängen mischten. Die stimmlichen Klanggewalten entführten in eine andere, friedliche und liebevolle Welt.
Von links: Nadja Räss, Eliane Zeitel Frei, Vera Baumann und Andrea Küttel sorgten mit ihren stimmlichen Klangfarben für ein beeindruckendes Konzerterlebnis.
Bild: Stefanie Henggeler

Andächtig lauschte das Publikum im Müsigricht in Steinen den drei Frauen vorne im Raum. Zweimal ausverkauft hätte das Konzert «stimmreise.ch 3.0» sein können, hielt Geschäftsstellenleiter Dölf Ehrler fest, so gross sei das Interesse gewesen.

Nadja Räss, Vera Baumann, Eliane Zeitel Frei und Andrea Küttel bilden eine Projektformation, die sich, noch bis Mitte Juni, gemeinsam auf eine musikalische Entdeckungsreise begibt. Das Ergebnis: Jazzelemente werden mit Jodelgesang gemischt, zwischendurch wird improvisiert, Traditionelles erhält ein neues Kleid. Die meisten Interpretationen kommen ohne eigentlichen Text aus, es wird mit Silben gespielt, sodass die Stimmen und nicht das Wort in den Vordergrund rücken. Manchmal klingt das etwas wirr, hat aber durchaus System, und die Botschaft darf nach eigenem Gusto interpretiert werden.

Die vier Frauen verstanden es, einerseits mit ihrer Fröhlichkeit und ihrer Bühnenpräsenz und andererseits mit den unglaublichen Variationen an Stimmfarben zu verzaubern – laut oder leise, berührend und fröhlich, beschwingt und andächtig, emotional, kräftig und fein, dominant und zurückhaltend. «Schliesst zwischendurch die Augen», forderte Nadja Räss auf. Tat man dies, versank man wahlweise in eine blühende Wiese in der Bergwelt, sah das Abendrot vor sich oder wurde entführt ins Rothenthurmer Hochmoor.

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